Schoss Hohenheim: Land plante Irrfahrt für Touristen


Schloss Hohenheim in Stuttgart / Foto: Wikipedia / pjt56 / CC-BY-SA 3.0 Schloss Hohenheim in Stuttgart / Foto: Wikipedia / pjt56 / CC-BY-SA 3.0

Zu den begehrtesten Artikeln der Tourismusbranche gehören Autobahn-Hinweisschilder für Sehenswürdigkeiten. Wie Pilze schießen diese zurzeit an den bundesdeutschen Fernstraßen aus dem Boden und versprechen den jeweiligen Kommunen einen steten Strom an Touristen = reichlich Kohle. Nun sind die Autobahnen aber fest im Griff der jeweiligen Landesbürokratie.

Folge: Genehmigungsverfahren ziehen sich schon mal endlos hin und führen zu allerlei komplett widersinnigen Entwicklungen. Jüngstes Beispiel ist ein geplantes Schild für Schloss Hohenheim in Stuttgart, Sitz der gleichnamigen Universität, auf das die Initiatoren nun dankend verzichten.


Dabei wollte das Land Baden-Württemberg dem Ansinnen der Lokalpolitik, die sich ein Schild mit Verweis auf Schloss Hohenheim wünschte, nach kahrelangem Abwägungsprozess auch durchaus entsprechen. Allerdings denken die Bürokraten gar nicht daran, das Schild vor der dem Schloss nächsten Autobahnauffahrt der A8 zu genehmigen.

Nein, die Behörde möchte das Schild lieber vor der nächsten Ausfahrt in Richtung Osten (Fahrtrichtung München) aufstellen lassen.

Besucher, die durch das Schild aufs Schloss aufmerksam werden und dorthin möchten, würden auf einen drei Kilometer langen Umweg über eine parallel zur Autobahn verlaufenden Straße geschickt.

Der geplante Standort des Schloss Hohenheim-Autobahnschildes / Karte: Googgle Maps  Das Schloss Hohenheim-Autobahnschild in Fahrtrichtung Osten sollte an der „falschen“ Ausfahrt entstehen. Ein Umweg von drei Kilometern wäre die Folge. / Karte: Googgle Maps

Ein Umweg, den man den Schlossbesuchern ersparen könnte, wenn man das Schild vor der „richtigen“ Ausfahrt aufgestellt hätte.

Aber das wird vom Regierungspräsidium nicht genehmigt. Grund ist wohl, dass vor jener Ausfahrt bereits ein Schild auf die Stuttgarter Mineralbäder hinweist, und zwei Schilder dicht hintereinander sind nicht zulässig. Der Vorschlag aus der Lokalpolitik, kurzerhand die beiden Schilder zu tauschen, wäre zwar die Lösung, scheiterte aber der nicht vorhandenen Verhandlungsbereitschaft der Bäderbetriebe, schreibt die Stuttgarter Zeitung.

Die örtlichen Politiker wollten Touristen nicht auf Irrfahrt durch Schwaben schicken – sie lehnten die Aufstellung des 10.000 Euro teuren Schildes an der „falschen“ Stelle inzwischen ab.

Wer das 1772 bis 1793 vom Herzog von Württemberg errichtete Schloss und die Hohenheimer Gärten besuchen möchte, sollte also besser ein Navi dabeihaben.

Hier geht es zum Artikel von Judith A. Sägesser in der Stuttgarter Zeitung: „Schloss Hohenheim – verpasst

Mehr über Schlösser im Raum Stuttgart hier im Blog.



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