Lübecks Burg: Ruine schon im Mittelalter


Innenhof des Lübecker Burgklosters - daneben entsteht das Hansemuseum: Bei den Bauarbeiten tauchen immer wieder mittelalterliche Funde auf / Foto: gemeinfrei
Innenhof des Lübecker Burgklosters – daneben entsteht das Hansemuseum: Bei den Bauarbeiten tauchen immer wieder mittelalterliche Funde auf / Foto: gemeinfrei

Die Entscheidung der Lübecker Bürgerschaft, das neue Hanemuseum ausgerechnet an den Standort der alten Lübecker Burg zu setzen, erweist sich als Glücksfall für die Archäologen. Für die Bürgerschaft ist es weniger schön.

Denn es kam wie es kommen musste: Reiche historische Funde lassen den Eröffnungstermin (geplant war Herbst 2013) in weite Ferne rücken.

Zurzeit wird der Mai 2015 anvisiert, was nach den jüngsten Entdeckungen wohl obsolet ist. Gleichzeitig steigen die Kosten rasant auf aktuell rund 40 Millionen Euro.


Die Grabung brachte laut NDR Erstaunliches zu Tage: Die ursprünglich slawische Burg am schmalen Zugang zur Altstadt-Halbinsel wurde offenbar nur bis ins 10. Jahrhundert genutzt.

Sie lag dann – wohl nach einem Brand, auf den verkohlte Holzreste hinweisen – gut 100 Jahre lang brach. Darauf deute die Verteilung der gefundenen Keramikscherben.

Der Gewölbesaal der Lübecker Burg wurde ins Burgkloster integriert / Foto: Wikipedia / Agnete / CC-BY-SA 3.0
Der Gewölbesaal der Lübecker Burg wurde ins Burgkloster integriert / Foto: Wikipedia / Agnete / CC-BY-SA 3.0

Burgruinen gab’s also schon im Hochmittelalter.

1143 zogen die Schauenburger Grafen auf dem Gelände eine nagelneue Burg hoch, die sie 1201 prompt an die  Dänen verloren. Die selbstbewussten Lübecker hatten die dänische Herrschaft schnell satt und nach dem erzwungenen Abzug der nördlichen Nachbarn nichts Eiligeres zu tun, als die Zwingburg zu schleifen.

Den Gewölbesaal ließen sie netterweise stehen.

An Stelle der Burg errichteten sie ein Dominikanerkloster, das Burgkloster. Die erhaltenenen Teile gelten heute als größte hochgotische Klosteranlage Norddeutschlands.

Die Funde sollen nun baulich in das Museum integriert werden. Man darf gespannt sein, wie das funktionieren soll ohne den Kosten- und Zeitrahmen vollends zu sprengen.

Hier geht es zum Bericht von Thorsten Philipps bei NDR.de: „Verwaiste Burg in Lübeck begeistert Experten

Mehr über Burgen in Schleswig-Holstein hier im Blog.



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