„Draculas Kerker“ auf Burg Tokat entdeckt

Fürst Vlad III "der Pfähler": Das historische Vorbild für Graf Dracula / Foto: Gemeinfrei / Museum Schloss Ambras
Fürst Vlad III „der Pfähler“: Das historische Vorbild für Graf Dracula / Foto: Gemeinfrei / Museum Schloss Ambras

Neues aus dem Reich der Untoten: Bei einer Grabung auf der Ruine der anatolischen Burg Tokat stießen Archäologen auf unterirdische Gänge und zwei Räume, die zu osmanischer Zeit als Gefängnis genutzt worden sein könnten. Das meldet „Hürriyet Daily News“.

Eine spannende Entdeckung, denn auf der byzantinisch-osmanischen Festung soll der legendäre rumänische Graf Vlad III. Drăculea in seiner Jugendzeit als Geisel der Türken gefangen gehalten worden sein.

Sein Vater Vlad II. hatte ihn Ende der 1430er Jahre zusammen mit seinem Bruder an die Osmanen ausgeliefert – der Sultan hatte darauf bestanden, um das väterliche Wohlverhalten in dessen rumänischem Herrschaftsgebiet zu erzwingen.


Hier soll der junge Vlad auch das Hinrichten durch Aufspießen auf angespitzte Holzstäbe kennengelernt haben. Das ließ er dann als Herrscher ausgiebig praktizieren, was ihm den Beinahmen „Tepes“ (der Pfähler“) einbracht. Wie lange er genau auf der Burg lebte, ist nicht überliefert. Es waren wohl mehrere Jahre.

In welchen Räumen der angehende Fürst festgehalten wurde, ist nicht bekannt. Die Archäologen gehen aber davon aus, dass es in den, bzw. in der Nähe der jetzt ausgegrabenen Gänge gewesen sein muss.

Vlad hat sich bei den Türken nicht besonders gut benommen: So soll er als dickköpfig und störrisch und durch seine hartnäckige Abneigung gegenüber dem Sultan aufgefallen sein. Dieser ließ ihn im Gegenzug die Peitsche spüren.

Gegen die Unterbringung in dunklen Kerkerräumen spricht freilich, dass Vlad als Gast des mächtigen Sultans trotz allen Ärgers immer noch eine hochgeachtete Person war, die sich als „freiwillige“ Geisel wohl sehr frei auf der Burg bewegen konnte und eher nur bei Fehlverhalten und akuter Fluchtgefahr in kalten, feuchten unterirdischen Gewölben weggeschlossen wurde.

Für den Tourismus in dieser eher abgelegenen Gegend könnte die Entdeckung des Vlad-Kerkers natürlich zur Goldgrube werden. Daher ist mit weiteren Funden zu rechnen… (inzwischen sind mehrere Verhaftungswellen durch die Türkei gerollt, und die Lage im Erdogan-Staat sieht etwas anders aus)

Der bei der Restaurierung entdeckte Tunnel auf Burg Tokat soll jetzt für die Öffentlichkeit geöffnet werden, meldet das Deutsch-Türkische Journal.

Hier geht es zu dem Artikel der „Hürriyet Daily News“ (engl.): „Clues about ‚Dracula’s captivity‘ unearthed in Tokat
Auch der „Focus“ zitiert die Geschichte: „Aufsehenerregender Fund – Liegt hier Draculas Verlies?

PS: Ein Draculaschloss Schenkendorf gibt es übrigens auch nahe Berlin.



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