Schloss Cecilienhof wird für 10 Millionen Euro saniert


Schloss Cecilienhof in Potsdam / gemeinfrei
Schloss Cecilienhof in Potsdam / gemeinfrei

So ein preußischer Kronprinz muss standesgemäß leben. Das dachte sich auch Reisekaiser Wilhelm II. und ordnete für seinen ältesten Filius Wilhelm (die Hohenzollern waren bei der Namenssuche nie besonders originell) den Bau von Schloss Cecilienhof in Potsdam an. Im Oktober 1917 war es fertig. Ein ziemlicher solider Bau.

Denn erst heute, 97 Jahre später, ist nun die erste Rundumsanierung fällig: Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) kündigt an, bis 2017 eine Summe von 9,7 Millionen Euro in die Schloss-Sanierung zu stecken. Speziell die Fassade muss überarbeitet werden – dabei sollen nur originalgetreue Materialien zum Einsatz kommen.

Um den ursprünglichen Charakter zu erhalten wird das Dach komplett umgedeckt und mit Ersatzziegeln ergänzt.

Schloss Cecilienhof bleibt während der Arbeiten geöffnet.

Auch nicht schlecht: Jagdschloss Gelbensande war Vorbild fürs Schloss Cecilienhof / Foto: Wikipedia / Richard Schröder / CC-BY-SA 3.0
Auch nicht schlecht: Jagdschloss Gelbensande war Vorbild fürs Schloss Cecilienhof / Foto: Wikipedia / Richard Schröder / CC-BY-SA 3.0

Dass das von Fachwerk dominierte Schloss heute täglich von mehr als 1000 Besuchern durchlaufen wird, hat weniger mit den kaiserlichen Wilhelms zu tun als mit Stalin und Präsident Truman. Sie trafen sich hier im Sommer 1945 bekanntlich zur Potsdamer Konferenz, woran heute ein roter Stern aus Blumen und eine Ausstellung erinnern.

Das von Architekt Paul Schultze-Naumburg  konzipierte Schloss hat allerlei Absonderlichkeiten. Zum Beispiel 500 Fenster und 55(!) auf verschiedene Art geformte Schornsteine.

Eine Zierde, die an britische Tudorschlösser erinnern soll. Vorbild von Schloss Cecilienhof war übrigens das 30 Jahre zuvor erbaute Jagdschloss Gelbensande in der Rostocker Heide, die Residenz der Eltern von Kronprinzessin Cecilie (eine geborene von Mecklenburg).

Cecilie war dann 1918 ihrem Ehemann und dem kaiserlichen Schwiegervater nicht ins Exil nach Schloss Doorn gefolgt, sondern blieb auf Schloss Cecilienhof. Erst das Eintreffen der Roten Armee im Mai 1945 zwang sie zu einer überstürzten Abreise. Nächster Nutzer war dann die sowjetische Militäradministration. 1952 öffnete bereits die Gedenkstätte.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg hat eine Umfangreiche Presseinformation zur geplanten Sanierung veröffentlicht: „Schloss Cecilienhof „unter Dach und Fach“

Ein kurzes YouTube-Werbevideo zu Schloss Cecilienhof:



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