Zu Besuch auf Burg Sponeck am Kaiserstuhl


burg sponneck
Burg Sponeck: Vom Turm schaut man ins Elsass / Foto: gemeinfrei

Beim Tag des Offenen Denkmals öffnen viele Burgen und Schlösser in Privatbesitz ihre Türen, die sonst das Jahr über nicht zugänglich sind. Zum Beispiel Burg Sponeck in Sasbach-Jechtingen am Kaiserstuhl. Normalerweise ist hier lediglich der Garten offen. Aber am Sonntag, 14. September 2014, begrüßen die Besitzer Almuth und Reinhard Morgenstern Besucher auch zur Burgbesichtigung.

Wenn Steine reden könnten: Schon die Römer hatten diesen Felssporn durch ein Limeskastell befestigt. Das diente dazu, das noch einigermaßen entspannte Leben im schönen Gallien (also auf der linken Rheinseite) vor plündernden Alemannenhorden zu schützen.

Und damit die Marodeure nicht doch an einer Furt durch den Fluss waten konnten, setzten die Römer mehrere Grenzkastelle in die Region Breisach: Um das Jahr 365 zogen sie den 40 x 50 Meter großen, schwer befestigten Stützpunkt auf dem heutigen Burggelände hoch.


Die wunderschöne Aussicht konnte die römischen Grenztruppen nicht davon abhalten, im Jahr 401 abzuziehen. Von da an saßen Alemannen und Franken in den Mauern, die zusehends verfielen. Jahrhundertelang blieb der Platz eine Ruinenstätte, bis dann ein Herildebrand von Sponeck oberhalb der Kastell-Trümmer eine Burg baute.

Die Anlage war die meiste Zeit in württembergischen Besitz. Dass sie den Dreißigjährigen Krieg ohne große Schäden überstand, verdankt sie übrigens dem Umstand, dass sie da bereits als Ruine in der Landschaft herumstand. Während Mauern der Römer erhalten sind, ist die mittelalterliche Burg komplett verschwunden.

Vom einstigen Römerkastell blieben nur Mauerreste / Foto: Wikipedia / Ingo Schlösser, Mainz-Finthen / CC-BY-SA 2.5
Vom einstigen Römerkastell blieben nur Mauerreste / Foto: Wikipedia / Ingo Schlösser, Mainz-Finthen / CC-BY-SA 2.0

Für den Wiederaufbau im mittelalterlichen Stil sorgte dann ab 1917 der Maler Hans Adolf Bühler. Er hatte die Burg für 25.000 Goldmark gekauft und richtete sein Atelier im Turmzimmer ein. Wenn Bühler nicht gerade den Blick vom Burgturm aufs benachbarte Elsass malte, machte er sich als NS-„Kulturpolitiker“ einen Namen. Im Wikipedia-Artikel zu Bühler stehen ein paar unappetitliche Dinge.

Im Zweiten Weltkrieg geriet die Burg gleich zwei Mal unter Feuer: Zunächst war sie eines der wenigen deutschen Gebäude, das während des „Sitzkriegs“ 1939/40 durch französische Artillerie schwere Schäden erhielt – aber schnell wieder aufgebaut wurde. In den letzten Kriegstagen 1945 schlugen erneut Granaten ein, ein Wirtschaftsgebäude wurde zerstört. Bühler starb 1951 auf der Burg.

Die Burg ist heute weiter in Familienbesitz. Nichts mehr zu tun hat sie übrigens mit den Grafen von Sponeck, die sich vor 300 Jahren nach der Burg benannt haben. Heute gibt es zehn Familien dieses Namens. 2001 kamen die weltweit verstreuten Grafen von Sponeck zum großen Familientreffen auf die Burg.

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Eine ausführliche Chronik zu Burg Sponeck mit Fotos steht auf der Seite Breisgau-Burgen.
Die Badische Zeitung empfiehlt eine 7,2 Kilometer langen Rundweg von Burkheim zur Burg: „Am 14. September öffnet Burg Sponeck ihre Tore

Hier ein paar Bilder der Burg:



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