Burg Brome strahlt wieder / Foto: Public Domain

Burg Brome: Neueröffnung nach Sanierung

So mancher mittelalterliche Bischof hatten neben dem Kreuz eine Keule liegen. Jesus hatte ja gesagt: „Wer zum Schwert greift, soll durch das Schwert umkommen“. Aber klobige Schlagwerkzeuge mit extrascharfen Dornen hatte er nicht exlizit erwähnt. Sie sollten also für kriegerische Kirchenfürsten genehm sein…

Herrscher, die das Pech hatten, mit ihren Gebieten neben dem Reich so eines rauflustigen Gotteskriegers zu liegen, taten gut daran, Grenzburgen zu bauen. So entstand auch Burg Brome.


Burg Brome 2006 vor der Sanierung / Foto: Public Domain
Burg Brome 2006 vor der Sanierung / Foto: Public Domain / Foto oben: Burg Brome strahlt wieder / gemeinfrei

Burg Brome im Landkreis Gifhorn war im Mittelalter eine äußerst wehrhafte Anlage mit Wassergräben, hohem Turm und dicken Mauern. Die Befestigungen waren dringend nötig, schließlich musste die Burg das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg vor seinen aggressiven Nachbarn schützen: Den kriegerischen Bischof von Magdeburg und den Kurfürsten von Brandenburg, den Ahnherrn der Preußen-Könige.

Die Burg wird bereits in einer Urkunde aus dem Jahr 1203 als Besitz Heinrichs des Löwen erwähnt. Wenige Jahre später wurde sie vom Erzbischof zerstört, wieder aufgebaut, wieder zerstört, usw. Grenzland eben.

1492, während Kolumbus sich in der Karibik über die Entdeckung „Indiens“ freute, kam auf Burg Brome die Familie von der Schulenburg ans Ruder. Mit Unterbrechungen in der Frühen Neuzeit blieb die Burg 500 Jahre lang im Besitz der Familie.

2001 verkaufte die Schulenburg-Erben die marode Anlage im Jahr 2001 schließlich an die Gemeinde. 1492 bis 2001: Das ist schon ein Zeichen von Kontinuität.

Geblieben ist ein eher bescheidenes, freundliches Renaissanceschlösschen, überragt von einem runden, 23 Meter hohen Treppenturm. Seit 2009 wird es für 3,5 Millionen Euro gründlich saniert. Probleme bereitete das Fundament: Die Burg steht auf in den Boden gerammten Holzpfählen, die die Jahrhunderte im feuchten Erdreich meist nicht überstanden haben.

Burg Brome um 1657 / Bild: Merian/Public domain
Burg Brome um 1657 / Bild: Merian/Public domain

Nun sind die Arbeiten beendet. Seit September 2014 ist Burg Brome wieder für die Öffentlichkeit geöffnet.

Seit 1978 wird die Burg als Museum des Kreises Gifhorn genutzt. Sein Schwerpunkt liegt „in der Darstellung des alten Handwerks im Bromer Land“. Während der Restaurierung war das Museum geschlossen.

Bezahlt wurden die Arbeiten vom Flecken Bomen, der Gemeinde, dem Landkreis und Fördergeldgebern. Es werden aber noch private Spenden gebraucht. Hier geht’s zum Flyer der Aktion „Bromer Bausteine„.

Nachtrag (März 2015): Auf der frisch sanierten Burg Brome kann man jetzt auch heiraten. Ab Mitte Mai können sich Brautpaare im historischen Tonnengewölbe des Burg das Ja-Wort geben. Das meldet die Allgemeine Zeitung. In dem Saal sei Platz für etwa 30 Personen.

az-online berichtet über die geplante Wiedereröffnung der Burg: „Burg Brome öffnet im September die Pforten
Hier geht’s zu Seite des Museum Burg Brome



Kommentar verfassen