Alcazar von Segovia: Will ich sehen


Der Alcazar von Segovia / Foto: Wikipedia / Miguel303xm / CC-BY 2.5
Das ist mal ne ordentliche Burg: Der Alcazar von Segovia / Foto: Wikipedia / Miguel303xm / CC-BY 2.5

Hier wieder etwas aus der Liste der Burgen, die ich sehen will: Etwa 90 Straßenkilometer nordwestlich von Madrid liegt das alte Segovia. Schon die Kelten hatten hier eine Festung und leisteten den Römern heftigen Widerstand. Heute dominieren die spätgotische Kathedrale und der Alcazar die Stadt.

Der Alcazar gilt als eine der schönsten Burgen Spaniens (und erinnert etwas an Walt Disneys Fantasieschlösser). Die architektonische Wirkung liegt daran, dass er ein majestätisches Sammelsurium von Bauten mit einer Unmenge an funktionslosen Türmchen ist.

Wahrscheinlich hat es hier schon zu römischer Zeit eine Befestigung gegeben. Bekannt ist, dass König Alfons VI. von Leon und Kastilien im 11. Jahrhundert das Gebiet für die Christen im Zuge der Reconquista zurückeroberte.


Der Bergfried von Johannes II. mit zwölf kleineren Türmen / Foto: Wikipedia / Slbymay / CC-BY-3.0
Der Bergfried von Johannes II. mit zwölf kleineren Türmen / Foto: Wikipedia / Slbymay / CC-BY-3.0

Kaum war er im Besitz des Landes, begann er mit dem Bau einer Burg auf einem Felsen zwischen dem Rio Eresma und einem Bach namens Clamores.

Ein erster, runder Bergfried entstand, den König Johann II. im 15. Jahrhundert um einen viereckigen, 80 Meter(!) Donjon ergänzte, gekrönt von zwölf einzelnen Türmchen.

Immer wieder residierten hier Könige von Kastilien/Leon und später von Spanien. Und jeder wollte sich auch baulich verewigen.

1474 bereitete sich die künftige Königin Isabella im Alcazar auf ihre Krönung vor. Die Finanzexperten derselbe Frau sollten hier ein paar Jahre mit einem windigen Genueser Geschäftsmann über die Finanzierung einer Fahrt von drei Karavellen in Ungewisse verhandeln. Die Schiffe sollten Richtung Westen segeln, um „Indien“ zu entdecken, was allerdings nicht so klappte, wie geplant…

Blick von Süden / Foto: Wikipedia / Pelayo2 / CC-BY-3.0
Blick von Süden / Foto: Wikipedia / Pelayo2 / CC-BY-3.0

Dank der märchenhaften Reichtümer, die in der Folge dieser Expedition nach Spanien strömten, konnte Philipp II. die Sammlung goldener Statuen spanischer Könige im Festsaal der Burg von 34 auf 56 aufstocken.

1862 beschädigte ein Feuer die Dächer und Teile der Innenräume. Erst 20 Jahre später begann die Restaurierung, die weitere 14 Jahre dauern sollte. Statt die Burg für die Öffentlichkeit zu öffnen, stellte die verknöcherte spanische Monarchie der Jahrhundertwende sie dem Militär zur Verfügung, das hier ein Archiv einrichtete.

Heute können die prächtigen Räume für 3,50 Euro besichtigt werden (man sollte immer mal wieder nach oben schauen, denn die Decken sind zum Teil opulent verziert).

Ein deutschsprachiges Faltblatt zur Geschichte des Alcazar de Segovia kann man sich auf dessen Webseite herunterladen (PDF).

Und hier ein paar Videobilder (spanisch):

So sieht der Alcazar aus der Luft aus:


Kommentar verfassen