Bischofsschloss Pöckstein öffnet wieder


Bischöfliche Pracht in der Kapelle von Schloss Pöckstein / Foto: Wikipedia / Rollroboter / CC BY-SA 3.0 AT
Bischöfliche Pracht in der Kapelle von Schloss Pöckstein / Foto: Wikipedia / Rollroboter / CC BY-SA 3.0 AT

Nach jahrelangem Leerstand soll das einstige Bischofsschloss Pöckstein jetzt wieder für Touristen öffnen. Das meldet das ORF. Doch für die Sanierung braucht der private Eigentümer noch fünf bis sieben Millionen Euro. Mit dem Eintritt wird er das kaum stemmen können.

Auf der Liste der Gründe für den Bau eines Schlosses dürfte der Punkt „Erdbeben“ eher hinten rangieren. Doch just ein solches Beben spielte in der Entstehungsgeschichte von Schloss Pöckstein in Straßburg (Kärnten) die entscheidende Rolle.

Der ursprüngliche Bischofssitz des Bistums Gurk, die Straßburg, war 1767 durch schwere Erdstöße beschädigt worden.


Als Josef II. Franz Anton von Auersperg 1773 Bischof von Gurk wurde, ließ er mit Schloss Pöckstein eine neue Residenz einige hundert Meter weiter errichten, in die er 1783 mit seinem Hofstaat umzog.

Der aufgeklärte Kirchenfürst (er ließ sogar Hochzeiten zwischen Katholiken und Protestanten zu!) nahm ordentlich Geld in die Hand, und es entstand der bedeutendste frühklassizistische Bau Kärntens. Die Kapelle präsentiert sich dabei noch in barocker Pracht.

Schloss Pöckstein: Ein fortschrittlicher Bau / Foto: Wikipedia / Ich / CC-BY-3.0
Schloss Pöckstein: Ein fortschrittlcher Bau / Foto: Wikipedia / Ich / CC-BY-3.0

Der Bau galt auch technisch als hochmodern: Das vom Dach herunterfließende Regenwasser wurde beispielsweise in Tonnen auf dem Dachboden gesammelt. Von dort aus wurden die Aborte gespült. Geradezu nachhaltig…

Der bischöfliche Hof blieb allerdings nicht lange: 1787 verlegte Auersbergs Nachfolger seinen Sitz nach Klagenfurt. Das Schloss, das man heute sieht, ist ein Wiederaufbau nach Bombentreffern des Zweiten Weltkriegs.

Vor einem halben Jahr haben Irmgard und Thomas Telsnig aus Straßburg das Schloss gekauft – und jetzt eine gewaltige Sanierungsaufgabe am Hals. Es gebe zahlreiche Wasserschäden zu beseitigen – und die gesamte Elektrik sei kaputt, klagte der neue Eigentümer gegenüber dem ORF.

Künftig sollen die Räume auch vermietet werden. Die Telsnigs hoffen bei ihrer Mammutaufgabe nun auf Fördergelder…

Hier geht’s zum Artikel bei ORF Kärnten-Online: „Schloss Pöckstein erwacht zum Leben

Mehr über Burgen und Schlösser in Österreich hier im Blog

Und hier einige Videobilder zu Schloss Pöckstein:



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