Der Wiederaufbau von Burg Neuhaus (Steiermark)


Burg Neuhaus in der Steiermark: Von der Ruine zur Burg / Foto: Wikipedia / acp / CC BY 3.0
Burg Neuhaus in der Steiermark: Von der Ruine zur Burg / Foto: Wikipedia / acp / CC BY 3.0

„Der Staat“ kann nicht alle Denkmäler retten, erhalten und wieder zu Schmuckstücken machen. Zumindest nicht, wenn er nebenbei noch Renten zahlt, notdürftig Autobahnen repariert und gelegentlich Bankmanagern aus der Patsche hilft…

Land, Bund, EU, Vereine, Stiftungen, Lotterien etc. können unterstützten – was am Ende aber zählt, ist der Einsatz der Eigentümer.  Ein grandioses Beispiel dafür, wie aus einer Ruine wieder ein Wahrzeichen eines Landstrichs wurde, ist Burg Neuhaus in der Steiermark. Davon berichtet ein Artikel in der „Kleinen Zeitung“.



Karl Vetter von der Lilie stieß 1982 eher zufällig bei der Fahrt nach Kärnten auf die damalige Burgruine über dem Stubenbergsee. Der Diplomat und seine Frau suchten nach einem Zweitdomizil und kauften kurzerhand wenige Monate später die Ruine aus dem 14. Jahrhundert, um sie instandzusetzen (heute heißt das ja „revitalisieren“).

Dass der Plan auch nur im Ansatz Aussicht auf Erfolg hatte, ist der massiven Bauweise der Mauern zu verdanken. Die Burg war 1663 von Graf Wurmbrand (was für ein Name) aus Angst vor Angriffen der Türken massiv verstärkt worden.


So sah die Burg um 1670 aus / Kupferstich von Georg Matthäus Vischer: gemeinfrei
So sah die Burg um 1670 aus / Kupferstich von Georg Matthäus Vischer: gemeinfrei

Sie musste aber nie einem Angriff trotzen. Von der Lilie holte sich bei einem Statiker die Bestätigung, dass das erhaltene Mauerwerk des Palas Decken und Dach würde tragen können.

Die Burg war zweimal abgebrannt: 1541 (danach wurde sie „modern“ wiederaufgebaut) und um 1800 nach einem Blitzschlag. Der Sage nach ballten sich die Gewitterwolken, just nachdem drei Brüder dort gestohlenen Messwein getrunken hatten.

Danach verfiel die Anlage trotz ihrer phänomenalen Aussicht 180 Jahre lang. Die Außenmauern standen schließlich noch – im Inneren der Ruine türmte sich allerdings ein fünf Meter hoher Schuttberg.

Familie von der Lilie machte sich ans Werk und startete den Wiederaufbau mit allerlei historischen, recycelten Materialien: 21.000 Dachziegel von Abbruchhäusern und 300 Quadratmeter Holzböden eines Priesterseminars in Graz, wie der Diplpomat im Ruhestand der Zeitung verriet. Land und Denkmalamt halfen, finanzierten u.a. den Aufbau des Dachs.

Heute sind drei Stockwerke des mit 32 Metern wohl ältesten Hochhauses der Steiermark wieder bewohnbar. Neben Räumen für sich selbst haben die von der Liliens zwei Ferienwohnungen eingerichtet, die sie vermieten.
Zum Artikel von Beate Pichler in der „Kleinen Zeitung“ geht es hier: „Neuhaus: Von der Ruine zur Burg
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