Die Storchen-Webcam vom Bischofsschloss Markdorf

Ein Bild der Storchen-Cam auf dem Dach von Schloss Markdorf / Bild: Screenshot
Die Kleinen haben Hunger: Ein Bild der Storchen-Cam auf dem Dach von Schloss Markdorf / Bild: Screenshot

Auf dem hoch aufragenden Dach des alten Bischofsschlosses von Markdorf am Bodensee hat ein Storchenpaar sein Nest gebaut und Eier gelegt. Zwei Storchen-Küken sind geschlüpft.

Das Besondere an der Sache: Der BUND hat in luftiger Höhe eine Webcam aufgebaut, durch die man den Meister Adebars beim Brüten zuschauen und den Jungvögeln in die Kinderstube sehen kann.

Dieser „ornithologische Voyeurismus“ scheint gerade im Trend zu liegen, auf der Nürnberger Burg gibt’s beispielsweise jetzt schon im zweiten Jahr eine „Falken-Cam“.


Die Kamera auf dem schwäbischen Schlossdach wurde erstmals im April 2013 installiert und übermittelte schon im vergangenen Sommer allerlei Einblicke ins Markdorfer Storchennest. Wegen eines Kälteeinbruchs überlebte damals jedoch nur ein Junges. Diesmal sind ja bislang zwei Junge geschlüpft, die auch herzhaften Appetit zeigen.

Nun wird man ihnen mehrere Monate lang zusehen können. Vorerst sind die Küken noch hungrige Nesthocker. Dann, zwischen dem 60. und 70. Lebenstag wagen die Jungstörche ihren ersten Flug rund ums Schloss. Erfahrungsgemäß macht sich die Storchenfamilie dann Ende August auf den langen Weg in ihre Überwinterungsquartiere in wärmeren Gefilden.


Das Bischofsschloss von Markdorf: Heute ein Hotel mit Storchennest / Foto: Wikipedia / Dietrich Krieger / CC BY 3.0 DE
Das Bischofsschloss von Markdorf: Heute ein Hotel mit Storchennest / Foto: Wikipedia / Dietrich Krieger / CC BY 3.0 DE

Eine Übersicht mit Bildern der jeweiligen Tage hat der BUND in einem Fototagebuch (leider inzwischen offline). Es zeigte zum Teil wirklich eindrucksvolle Aufnahmen der Störche hoch über Markdorf. Die Kleinen sind inzwischen gut zu sehen.

Dass die Webcam ausgerechnet in Markdorf ein Storchennest beobachtet, ist kein Zufall: Das Landratsamt Bodenseekreis und der BUND-Ortsverband Markdorf haben ein Projekt ins Leben gerufen, das dort die Wiederansiedlung wildlebender Weißstörche fördern soll.

Die offene Talebene dieser Gegend mit ihren Feuchtwiesen, Bäumen und Baumgruppen biete sich dafür geradezu an.

Das Schloss Markdorf wurde um 1300 erstmals erwähnt. Im 16. Jahrhundert diente das Schloss als Sommerresidenz der Konstanzer Bischöfe vom anderen Ufer des Bodensees. Das obere Stockwerk diente als Rittersaal und wird heute als Festsaal genutzt. Mittlerweile ist das Gebäude ein Mindness Hotel. Nach einer Umfrage des Portals Trivago nisten die Störche sogar auf der „beliebtesten Herberge Baden-Württembergs“.

Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen…

Hier geht’s zur „Storchen-Cam“ auf dem Dach von Schloss Markdorf (Update Herbst 2014: Aktuell keine Übertragung, warten wir mal aufs nächste Frühjahr)



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