Holzkäfer im Parkett von Jagdschloss Falkenlust


Schloss Falkenlust: Welterbestätte in Brühl / Foto: Stefan Didam / CC BY 3.0 DE
Schloss Falkenlust: Welterbestätte mit Dachterrasse in Brühl  Foto: Wikipedia / Stefan Didam / CC BY 3.0 DE

Altes und schön trockenes Holz ist für so manchen Käfer eine Delikatesse. Dummerweise wimmelt es in Burgen und Schlössern nur so von alten Dielen-Fußböden und dicken Stützbalken. Gerade berichtet die Rhein-Erft Rundschau, dass Restauratoren im Parkett eines Schlafzimmers der Welterbestätte Jagdschloss Falkenlust Löcher entdeckt haben, die vom gescheckten Nagekäfer stammen.

Eine Horror-Nachricht für Denkmalpfleger: Der fünf bis sieben Millimeter lange Schädling ist nicht direkt auf das Holz scharf, sondern ernährt sich von einem Pilz, der sich in altem Holz bildet. Dabei knabbert er sich allerdings mit ebenso großem Appetit durch die Bretter wie Käfer, die sich eben auf Holz spezialisiert haben… und hinterlässt eine regelrechte Tunnellandschaft.



Schaut etwas mottig aus: Der gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) / Foto: Wikipedia / Sarefo / CC-BY-SA-2.5
Schaut etwas mottig aus: Der gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) / Foto: Wikipedia / Sarefo / CC-BY-SA-2.5

Das Schlafzimmer-Parkett muss nun komplett ausgebaut und wärmebehandelt werden. Bei Temperaturen um 65 Grad sterben die Tiere und ihre Larven ab.

Eine durchaus erfolgversprechende Methode: In Rheinland-Pfalz wurde durch diese thermische Methode im Sommer 2013 eine ganze Burg, Bischofstein, luftdicht verpackt, tagelang stark erhitzt, und so vom Hausbock-Befall befreit.

Das Rokoko-Schlösschen mit Aussichtsplattform auf dem Dach hatte sich der Kölner Erzbischof Clemens-August von Bayern von 1729 bis 1740 durch den kurbayerischen Hofbaumeister errichten lassen. Der Wittelsbacher und sein Hofstaat wollen hier ungestört der Falkenjagd frönen. Das elegante Gebäude entstand nach dem Vorbild von Schloss Amalienburg im Nymphenburger Schlosspark.

Casanoca schreibt in seinen Memoiren, er habe 1760 auf dem Jagdschloss Falkenlust ein Galadiner für die Gattin des Kölner Bürgermeisters und weitere Damen der Domstadt-Gesellschaft gegeben. Heute gehört das Schloss dem Land NRW und kann besichtigt werden.

Hier geht’s zum Artikel von Wolfgang Kirfel in der Rhein-Erft-Rundschau: „Käfer knabbern am Weltkulturerbe



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