Syrische Armee erobert Kreuzfahrerburg Krak des Chevaliers


Der Krak des Chevaliers vor dem syrischen Bürgerkrieg / Foto: Burgerbe.de
Der Krak des Chevaliers 2008 vor dem syrischen Bürgerkrieg Foto: Burgerbe.de

Die bekannte Kreuzfahrerburg Krak des Chevaliers ist von der weiter Assad-treuen syrischen Armee eingenommen worden. Das melden mehrere Nachrichtenagenturen. Das Staatsfernsehen verkündet triumphierend, Soldaten hätten auf einem der Türme die syrische Flagge gehisst.

Beim Vorrücken der Armee war ein Reporter der libanesischen Zeitung Daily Star vor Ort. Dieser berichtet von elf toten und 45 verwundeten Rebellen.

Syrische Widerstandskämpfer machen hingegen einen Hinterhalt der Regierungstruppen für die Verluste verantwortlich. Andere Quellen nennen 60 Tote, darunter auch Zivilisten.



30 verletzte Rebellen konnten sich laut Radiosender „Stimme des Libanon“ in den benachbarten Zedernstaat retten und werden im Krankenhaus der Stadt Koubayat versorgt. Ob es bei der Eroberung des Weltkulturerbes zu Kämpfen und weiteren Zerstörungen in der Burg kam, ist nicht bekannt.

Bombeneinschlag auf dem Krak de Chevaliers / Foto: Protect Syrian Archaeology
Bombeneinschlag auf dem Krak des Chevaliers im Sommer 2013 / Foto: Protect Syrian Archaeology

Die Burg war im Juli und August 2013 und im März 2014 offenbar mehrfach Ziel von Luftangriffen der Regierungstruppen. Videoaufnahmen der Rebellen, die dort einen Stützpunkt unterhalten haben sollen, zeigen Rauchwolken vo schweren Explosionen in der Burg. Angriffe auf Welterbestätten verstoßen gegen die Haager Konvention. Sie sind somit Kriegsverbrechen.

Im Netz kursieren diverse Videos die Explosionen direkt vor der Festung zeigen. Es ist aber unmöglich von außen zu überprüfen, von wie vielen Angriffen die Filme letztlich stammen.

Die Eroberung wird von regimetreuen Studenten der Facebook-Gruppe „Students of Faculty of Archaeology & Museums at University of Damascus“ bejubelt. Die Studenten behaupten, nach der „Eliminierung der Terroristen“ sei die Burg in gutem Zustand. Nur geringe Schäden seien entdeckt worden. Die Videobilder der Rebellen deuten in eine andere Richtung.

Die Kreuzfahrerburg aus dem 11. Jahrhundert ist massiv gebaut. Die Kalksteinmauern ihrer inneren Bastion sind ungewöhnlich dick und angeschrägt: diese Massivität sollte eigentlich vor den in der Region um Homs recht häufigen Erdbeben schützen. Jetzt erweist sie sich als hilfreich beim Überstehen des Granatenhagels.

Schon jetzt ist klar, dass die historischen Stätten in Syrien durch Kämpfe, Raubgrabungen, Feuer und mutwillige Zerstörungen massiv geschädigt worden sind. Besonders augenfällig ist das in Aleppo, wo die berühmte Zitadelle mit ihren jahrtausendealten Artefakten auf einem Hügel mitten in der umkämpften Stadt liegt.

Meldung des Daily Star: „Syrian army takes Krak des Chevaliers in Homs
Deutsche Welle: „Assad-Armee erobert historische Burg
Der Blog Archaelogik hat Quellen zur Eroberung des Krak zusammengestellt.



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