Schloss Kapfenburg / Foto: Burgerbe.de

Uriah Heep auf Schloss Kapfenburg

Schloss Kapfenburg, von Süden gesehen / Foto: Wikipedia/Kreuzschnabel/
Schloss Kapfenburg mit viel Himmel, von Süden gesehen / Foto: Wikipedia/Kreuzschnabel/CC BY-SA 3.0

Es kommt selten vor, dass die Hauptband eines Burgkonzerts älter ist als die Burg selbst. Doch Uriah Heep schafft das (also gefühlt). Uriah Heep? Im Jahr der Mondlandung stiegen die britischen Musiker ins gemeinsame Hardrock-Geschäft ein (die Astronauten ließ das kalt).

Ihr erstes gemeinsames Album erschien 1970. Den Bandnamen liehen sie sich beim Erzschurken aus „David Copperfield“ (ich wusste das nicht, hab’s nachgeschlagen).

Jetzt kommen die Altstars nach Schwaben, um am 30. Juli 2014 (einem Mittwoch), um 20.30 Uhr auf der einstigen Deutschordensfeste Schloss Kapfenburg zu rocken. Am nächsten Tag stehen übrigens Revolverheld auf der Festival-Bühne. Uriah Heep-Karten kosten 38,55 bis 49,55 Euro. Von der Ursprungsbesetzung ist übrigens nur noch Gitarrist Mick Box geblieben.

Der Auftrittsort der Band ist wirklich interessant: Ich bin ja eh ein Fan dieser Burgen auf den Felsen der Schwäbischen Alb. Schloss Kapefnburg aus dem 14. Jahrhundert gehört dazu: 1364 hat der örtliche Komptur des Deutschen Ordens, ein gewisser Marquardt der Zoller von Rottenstein, die Kapfenburg gekauft. Seine Nachfolger verbreiterten das Felsplateau künstlich und bauten an und aus. Und das Jahrhunderte lang.

Schloss Kapfenburg auf der Schwäbischen Alb / Foto: Wikipedia / Memorino /
Schloss Kapfenburg auf der Schwäbischen Alb / Foto: Wikipedia / Memorino /CC BY-SA 3.0

Dreimal rannten Aufständische im Bauernkrieg gegen die Feste: Ergebnislos.

Der Orden war auch kapitalkräftig genug, die Schäden der Plüngerungen des Dreißigjährigen Krieges nach ein paar Jahrzehnten wieder zu beseitigen. Bei den Umbauten zwischen 1715 und 1719 erhielt die Kapfenburg ihr heutiges Aussehen.

1805 kassierte der Herzog von Württemberg die Anlage für den Staat ein (und gab sie auch nach dem Sturz seines Gönners Napoleon nicht wieder heraus). Zeitweise residierte hier sogar der Sohn des Herzogs/Königs von Württemberg.

Interessanterweise gibt weder die Schloss-Homepage noch Wikipedia Auskunft zum Schicksal der Burg im „Dritten Reich“. Man findet trotzdem etwas, wenn man ein bisschen sucht: Den Nazis gefiel das Schloss nämlich auch. Sie mussten es ja nicht einmal enteignen wie 1935 das Alb-Schloss Bronnen. Sie richteten eine Gauschule der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) ein. Noch mitten im Krieg, im September 1942 wurden hier weltanschauliche Kurse abgehalten (Quelle Bundesarchiv).

Seit Oktober 1999 beherbergt die Anlage die Internationale Musikschulakademie Kulturzentrum Schloss Kapfenburg.

Uriah Heep-Tickets gibt’s übrigens hier.

Und hier noch ein paar Frühlingsbilder von Schloss Kapfenburg und Nördlingen:



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