Schloss Burg als Modellbahn-Burgmodell in 1:87

Dr. Peter Holbeck erinnert sich noch bestens an Schulausflüge zu Schloss Burg an der Wupper (kann ich verstehen, geht mir genauso). Nun wollte der begeisterte Modellbahner die Bergische Vorzeige-Feste gerne auch auf Anlage seines Vereins Wuppertal-Achse sehen.

Da es zwar die Burgen Lichtenstein (Faller) und Falkenstein (Kibri) als Bausätze gibt, dummerweise aber nicht Schloss Burg, machte sich der Allgemeinmediziner selbst ans Werk.

Palas von Schloss Burg (Solingen) mit Statue von Erzbischof Graf Engelbert
Kompliziertes Dach: Palas von Schloss Burg (Solingen) mit Statue von Erzbischof Engelbert / Foto: Burgerbe.de

Als wissenschaftlich gebildeter Mensch ging Holbeck die Sache natürlich methodisch an und startete mit einer Vermessung des Grundrisses aus der Luft (via Google Earth).

Dann folgten diverse Besuche auf Solingens Wahrzeichen, bis auch der letzte Winkel der Fassade und das abgelegenste Baudetail inklusive der Pechnasen fotografisch festgehalten war. Das klingt jetzt einfach, aber bereits die Form der Dächer mit ihrer Unzahl an Fensterchen, Türmchen und Kaminschloten hätte mich in den Wahnsinn getrieben.

Schloss Burg ist für den Modellbauer auch durch die Abwechslung zwischen Stein und Holz (an den Wehrgängen) eine Herausforderung. Von oben sieht sie wie ein eher zufällig zusammengewürfeltes Sammelsurium von Gebäuden aus.

Mit Hilfe handelsüblicher Materialien aus Super- und Baumarkt (Holz, Styropor, Papier) machte er sich ans Werk. Aus dem Modellbahn-Laden stammte lediglich die Pappe für Bruchsteinmauerwerk und Wege. Aber ansonsten erwies sich Holbeck als äußert erfinderisch.

Es muss auch nicht immer in Form gegossenes Hartplastik sein: Für die Dachschindeln (im Original aus Schiefer) verwendete der Modellbauer einfach mehrere übereinandergeklebtes, dunkelgrau bemalter Wellpappe. Seine Version der Graf-Engelbert-Statue vor dem Palas setzte er aus mehreren zersägten Ritterfiguren zusammen, die er solange zusammenleimte, bis es eben passte.

Am Ende hatte der Mediziner solchen Spaß an der Sache, dass zwei Modelle entstanden: Eins für den Verein und eins für Holbecks eigene Anlage.

Das Modell in den Maßen 1,30 Meter x 95 Zentimeter in der Breite und fast 50 Zentimeter in der Höhe hat er netterweise filmisch dokumentiert – und dabei auch Originalfotos und Ansichten des Modells hintereinander geschnitten. Über die beim Modellbau erreichte Detailgenauigkeit kann ich nur staunen.

Ein toller Hingucker für die Anlage der Wuppertal-Achse!

Es gibt dazu auch einen Beitrag der WDR-Lokalzeit:



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