ARD-Serie „Verbotene Liebe“: Wo liegt Schloss Königsbrunn?

Schloss Königsbrunn alias Schloss Ehreshoven / Foto: Wikipedia/Tobias Grosch/CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported
Schloss Königsbrunn alias Schloss Ehreshoven / Foto: Wikipedia/Tobias Grosch/CC-BY-SA-3.0

Nicht, dass es jetzt einen Serienjunkie schockiert, aber Schloss Königsbrunn gibt es gar nicht. Das angeblich nahe Düsseldorf liegende Familienschloss des von Lahnstein-Clans aus der ARD Seifenoper „Verbotene Liebe“ (VL) ist in Wirklichkeit eine Art Altersheim für alleinstehende, adelige Damen im Bergischen Land und heißt Schloss Ehreshoven.

Aber optisch macht das prächtige Herrenhaus mit seinen Renaissance- und Barock-Elementen ordentlich was her.

Besichtigen kann man Schloss Königsbrunn/Ehreshoven übrigens nicht. „Verbotene Liebe“-Fans würden innen ohnehin nichts wiedererkennen, da die Innenaufnahmen im Köln-Ossendorfer Studio der Magic Media Company gedreht werden.



Königsbrunn brennt! - Screenshot vom Video aus der ARD-Mediothek
Königsbrunn brennt! – Screenshot vom Video aus der ARD-Mediothek

Bei den Außendrehs am Schloss wird gelegentlich richtig Aufwand getrieben. 2010 sollte das Lahnstein-Anwesen sogar brennen. Hochleistungs-Nebelmaschinen und allerlei Pyrotechnik sorgten für das feurige Ambiente.

Für eine Soap schon ein eher ungwöhnliches Setting. Sicherheitshalber hat das Filmteam vorher Feuerwehr und Polizei über den geplanten „Schlossbrand“ informiert.

Die ARD hat dazu ein vierminütiges „Making of“-Video „Brand auf Schloss Königsbrunn“ online gestellt, bei dem man auch die Schlosskulisse sehen und den Darstellern bei Brand-Szenen zuschauen kann. Die Übeltäterin ist die vom Wahn getrieben Maria di Balbi (Simone Ritscher).

Schloss Ehreshoven um 1860 unter den Grafen von Nesselrode / Bild: Wikipedia/Sammlung Duncker/gemeinfrei
Schloss Ehreshoven um 1860 unter den Grafen von Nesselrode / Bild: Wikipedia/Sammlung Duncker/gemeinfrei

Das Schloss liegt im Aggertal zwischen Engelskirchen und Overath. Hervorgegangen ist es aus einer kleinen Burg des 14. Jahrhunderts. Das dreiflügelige Herenhaus und die Vorburg stammten vom Ende des 17. Jahrhunderts. Verantwortlich waren Philipp Wilhelm Christoph von Nesselrode und seine Gattin Maria Adriana Franziska von Leerodt.

Mehr als 500 Jahre lang war die Anlage im Besitz der Familie von Nesselrode. Die letzte Vertreterin des alten Geschlechts, Marie-Elisabeth Gräfin von Nesselrode, vermachte das Anwesen schließlich 1920 der wohlhabenden Adels-Genossenschaft Rheinische Ritterschaft, unter der Bedingung, dort ein Damenstift einzurichten.

Die Ritterschaft war über das Erbe froh, schließlich betrieb sie auch schon eine Schule, die Rheinische Ritterakademie auf Schloss Bedburg: Eine Art Kaderschmiede für junge katholische Adelige, die mit der Zeit auch bei Bürgerlichen immer beliebter wurde. Nun richteten die Genossenschaftler auch noch das bis heute bestehende „Adels-Altersheim“ ein (für blaublütige, katholische, ledige Damen ohne Vermögen).

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Meist verbringen hier Gräfinnen und Baroninnen ihren Lebensabend, deren Familien ihre großen Besitzungen in Pommern, Ostpreußen, Schlesien und dem Gebiet der ehemaligen DDR nach dem Krieg durch Enteignung verloren haben.

Auch die Äbtissin des Damenstifts trägt einen geschichtsträchtigen Namen: Adelheid von der Schulenburg (mehr zur Familie v.d. Schulenburg).

Christoph Driessen hat gerade für die Deutsche Presseagentur eine lange Geschichte zum Damenstift auf Schloss Ehreshoven gebracht.

Zu finden ist sein Text unter anderem bei RP Online: „Ehreshoven: Altersheim für arme katholische Adelige„. Der zum Schloss gehörende Gutshof wird heute vom Malteser Hilfsdienst genutzt.

Auf der Seite von WDR 5 ist zurzeit ein Radiofeature zum Damenstift Ehreshoven und seinen von den Russen enteigneten Bewohnerinnen online: „Stift für verarmte Adelsdamen“

Link:
Der Wikipedia-Eintrag zu Schloss Ehreshoven ist ziemlich ausführlich. Das Schloss hat eine eigene Homepage „Stift Ehreshoven“ mit Presseschau und Informationen zum Anmieten von Räumen.

Lage:
Schloss Ehreshoven
Ehreshoven 23
51766 Engelskirchen

Und hier noch ein paar Bilder vom Verbotene Liebe-„Setcheck im Schloss“ bei Youtube:

Mehr über Burgen im Bergischen Land/Sauerland hier im Blog:
Schloss Burg im Regen
Die berstenden Mauern von Burg Altena
Die Mumienhand von Schloss Hohenlimburg



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