Burg Rittersdorf vor Verkauf?

Burg Rittersdorf / Foto: Wikipedia / MacElch (Rainer Kunze) / CC Attribution-Share Alike 3.0
Burg Rittersdorf / Foto: Wikipedia / MacElch (Rainer Kunze) / CC-BY-SA-3.0

Auf Burg Rittersdorf bekommt man im Restaurant „Herrmann’s“ auf Wunsch Des Burgherrn Leibspeis (Rippe von der Mastsau mit Pellkartoffeln und Kräuterschmand) und zum Nachtisch den Kuss der Kammerzofe  (Ofenfrischer Kuchen mit Butterstreusel vom Blech) serviert.

Jedenfalls, wenn man sich für das deftige Eifeler Rittermahl „Burgherr Godefried von der Wasserburg“ für 29,50 Euro entscheidet.

Das Angebot kommt gut an: Und die Restaurantpächter Achim und Sylvia Herrmann lassen die Besitzerin der Burg, die Verbandsgemeinde Bitburg-Land, durch jährliche Abgaben an ihren Einnahmen teilhaben. Im vergangenen Jahr überwiesen sie stolze 33.000 Euro, schreibt der Trierische Volksfreund.



Für die Gemeinde ein Glücksfall. Sie betreibt in den historischen Mauern außerdem Räume ihres Standesamts – und ein Heimatmuseum gibt’s auch noch.

Und jetzt denkt der Bürgermeister laut darüber nach, die Vorzeige-Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert zu verkaufen – was gleich eine kritische Diskussion im Gemeinderat über Kosten und Nutzen des Denkmals ausgelöst hat.

Wer sich mit alten Gemäuern auskennt, ahnt: Die Pacht kann die Betriebs- und Reparaturkosten nicht decken. Im vergangenen Jahr machte die Gemeinde mit ihrem Burgbesitz 13.000 Euro Miese, was noch vergleichsweise günstig ist.

In diesem Jahr dürften es noch deutlich mehr werden. Ein Wasserschaden schlug schwer ins Kontor. Und jetzt muss auch noch irgendwann die marode Heizungsanlage saniert werden.

Burg Rittersdorf: Der Wohnturm aus der Zeit um 1300 / Foto: Wikipedia / MacElch (Rainer Kunze) / CC Attribution-Share Alike 3.0
Burg Rittersdorf: Der Wohnturm aus der Zeit um 1300 / Foto: Wikipedia / MacElch (Rainer Kunze) / CC-BY-SA-3.0

Nun stellt sich natürlich die Frage, wer eine defizitäre Burg drei Kilometer nördlich von Bitburg kaufen und was er damit machen sollte. Der Buchwert des Gemäuers beläuft sich laut Volksfreund auf lediglich 410.000 Euro. Würde man diesen Betrag zu Grunde legen, wäre die Burg geradezu ein Schnäppchen.

Die Burg wurde erstmals 1263 urkundlich erwähnt. Aufgabe der Burg war es wohl, die Straße Trier-Bitburg-Prüm-Köln zu sichern. 1290 gab König Rudolf von Habsburg die Erlaubnis zum Bau des 26 Meter hohen. Seit dem 15. Jahrhundert waren die Herren von Enschringen Besitzer der Burg.

Diese ließen ab 1550 ein Wohngebäude mit zwei Rundtürmen errichten. Bergfried, Palas und Rundtürme sind bis heute erhalten geblieben. Ein Wohnturm aus der Zeit um 1300 befindet sich an der Nordseite. Zwischen 1978 bis 1987 wurde die Anlage umfassend renoviert.

Und hier geht’s zum Artikel von Uwe Hentschel auf Volksfreund.de: „Bitburg-Land plant Verkauf der Burg Rittersdorf



Kommentar verfassen