Monte Soratte: Hitlers Bunkerfestung in Italien

Eingänge zum Monte-Soratte-Bunker kurz nach dem Bau / Foto: Wikipedia/bunkersoratte.it/gemeinfrei
Eingänge zum Monte-Soratte-Bunker kurz nach dem Bau  Foto: Wikipedia/bunkersoratte.it/gemeinfrei

Benito Mussolini gerierte sich gern als großer Kriegsherr in der Tradition der römischen Imperatoren. Der „Duce“ ließ seine Truppen in Abessinien, dem von Deutschland geschlagenen Frankreich, Griechenland und Ägypten einmarschieren (und erlebte dabei ein Debakel nach dem anderen).

Zuhause wollte er angesichts seiner Eroberungspläne auf Nummer sicher gehen. Der Feind hatte schließlich auch Bomber.

Also ließ er ab 1937 neben seinem geheimen Privatbunker (in Rom unter seinem Regierungssitz, dem Palazzo Venezia) ein Bunkersystem für seine faschistische Regierung in einen der Albaner Berge sprengen und graben, den Monte Soratte. Dieser wird erst jetzt systematisch durch die Initiative Bunkersoratte erforscht. Davon berichtet die Katholische Nachrichtenagentur „kna“.



1941 waren mehr als vier Kilometer fertig, das Innere absolut bombensicher und mit eigenem Trinkwassersystem ausgestattet. Mussolini hatte allerdings nichts davon. Nach seinem Sturz in Juli 1943 und der Befreiung durch eine Wehrmachts-Spezialeinheit residierte er am mild-warmen Gardasee in seiner Republik von Salo, während sich die alliierten Landungstruppen den italienischen Stiefel hinaufarbeiteten.

Blick von Süden auf den Monte Soratte - darin versteckt sich ein verzweigtes Bunkersystem / Foto: Wikipedia/Mediamenta (gemeinfrei)
Blick von Süden auf den Monte Soratte – darin versteckt sich ein verzweigtes Bunkersystem / Foto: Wikipedia/Mediamenta (gemeinfrei)

Den Riesenbunker hatten nach dem Seitenwechsel Italiens im September 1943 die Deutschen übernommen. Jetzt gewährte der Berg Albert Kesselring, Oberbefehlshaber Süd, und seine Stab Schutz. Von hier aus koordinierten sie monatelang die quälend langsamen Rückzugsgefechte der Wehrmacht. Der Mussolini-Bunker war zu „Hitlers Festung in Italien“ geworden.

Die Alliierten kamen nur schrittweise voran. Im Mai 1944 bombardierten sie das deutsche Hauptquartier im Berg. Der Felsenbunker hielt natürlich stand, doch im Eingangsbereich sollen rund 100 Wehrmachtssoldaten getötet worden sein. Die Trümmer, die der Luftschlag hinterlassen hat, kann man heute noch sehen.

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Nach dem Krieg nutzte die italienische Regierung Teile des Komplexes dann als Atombunker, für den Fall, dass die Russen das quirlige Rom atomisiert hätten. Taten die aber nicht.

Durch EU-Fördergelder für die Region Latium sollen einige Stollen nun zugänglich werden. Ehemalige Kasernen könnten zum Hotel werden. Es wird allerdings alles noch ein Weilchen dauern.

Angeblich soll dort übrigens noch Mussolinis sagenhafter Goldschatz liegen. Davon hat allerdings nach dem Krieg niemand etwas gesehen…

Und hier geht’s zum Artikel der „kna“ (erschienen u.a. bei „welt-online“): „Mussolinis Goldschatz verschwand in diesem Bunker

Bilder von den Bunkereingängen von Monte Soratte heute:

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