Sapotnitza in Kärnten: Österreichs letzte Grenzfestung


Die enge und kurvige Loiblpasstraße wurde durch Bunker und Maschinengewehrnester fesichert
Die enge, kurvige Loiblpasstraße wurde durch Bunker und MG-Nester gesichert / Foto: Wikipedia/Johann Jartiz/CC BY-SA 3.0

Die Alpen haben im Ersten Weltkrieg blutige Schlachten zwischen der sterbenden Kuk-Monarchie und dem Königreich Italien gesehen.

Die nach der Auflösung des Wiener Kaiserreichs entstandene Republik Österreich lernte aus dieser Geschichte und sprengte Bunkeranlagen ins Gestein, um wichtige Durchgangsstraßen in Grenznähe zu sichern.

Eine dieser Festungen wurde sogar noch in den 1990er Jahren ein letztes Mal militärisch genutzt: Sapotnitza in Kärnten. Davon berichtet das ORF.

Die Bunker entstanden in den 30er Jahren. Als es zu Spannungen mit Nazi-Deutschland kam, ließ die österreichische Regierung die Befestigungen des Bundesheers an der Grenze zu Deutschland beschleunigt ausbauen.


An der Grenze zu Jugoslawien sollten Bunker in Sapotnitza, Eisenkappel-Seeberg, Bleiburg und Ettendorf-Lavamünde es schon geringen Kräften ermöglichen, eine mögliche jugoslawische Attacke aufzuhalten.

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Die gut getarnten Maschinengewehrstellungen in den mehrere hundert Meter langen Gängen der Sapotnitza-Stellung hatten freies Schussfeld auf die enge, gewundere Loiblpassbundesstraße.

Die Soldaten mussten jeweils 18 Stunden in den kalten, feuchten Höhlen ausharren, bevor sie abgelöst wurden. Das Gestein hat eine gespenstische Eigenschaft: Es fluoresziert. Noch Minuten nach Ausschalten des Lichts bemerkt man ein unheimliches Glimmen.

Die Bunker sollten auch Artillerie aufnehmen. Die Arbeiten an der geplanten Loiblbatterie wurden allerdings Mitte 1937 gestoppt, da man sich voll und ganz auf den Ausbau der Stellungen an der Grenze zum immer aggressiveren Deutschen Reich konzentrieren wollte.

Nach Kriegsende wurden die Verteidigungsanlagen nur noch unregelmäßig genutzt. Zuletzt saßen 1991 hier Soldaten, als es zwischen dem nach Unabhängigkeit strebenden Slowenien und Restjugoslawien zu einem Zehn-Tage-Krieg kam, der auch auf die Grenzübergänge übergriff. Sie mussten allerdings nicht eingreifen. Der Krieg einige Kilometer weiter südlich endete schließlich mit der Abspaltung Sloweniens.

Heute sind die Bunker ausgeräumt. Sie dienen nur noch gelegentlich als Übungsgelände für Spezialeinheiten und die Feuerwehr.

Und hier geht’s zum Beitrag bei kaernten.orf.at: „Sapotnica – die letzte Festung“ (leider ohne Hinweis auf weitere Ausstrahlungstermine).

Hier mal einige Bilder eines verlassenen Grenzbunkers an der österreichisch-italienischen Grenze:

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