Berliner Schloss Biesdorf soll zerstörtes Obergeschoss zurückbekommen


Schloss Biesdorf / Foto: Wikipedia/Odor
Schloss Biesdorf / Foto: Wikipedia/Odor

Berlin zur Gründerzeit: Da schossen die herrschaftlichen Villen nur so aus dem Boden. Auch in Biesdorf, damals noch knapp östlich der Stadtgrenze: Dort ließ Hans-Hermann von Rüxleben ab 1868 von den Architekt Heino Schmieden und Martin Gropius eine spätklassizistische Turmvilla in sein Rittergut hineinklotzen: Repräsentation mit vielen griechischen Säulen im märkischen Sand.

In späteren Jahren kaufte Werner von Siemens den Besitz. 1927 ging die Anlage mitsamt Park an die Stadt Berlin. In den Wirren der letzten Kriegstage ging das Schloss am 20. April 1945 in Flammen auf. Vermutlich war Brandstiftung im Spiel.

Die Villa wurde nach dem Krieg ohne Obergeschoss wieder aufgebaut. Die DDR baute den Komplex 1955 zu einem Freizeitzentrum mit (noch heute bestehender) Freilichtbühne im Park um.

Nach der Wiedervereinigung ging es aufwärts: 1994 zog ein Soziokulturelles Zentrum ins Schloss. Im Jahr 2000 gründete sich der Verein „Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf“, der sich für den originalgetreuen Wiederaufbau der Schloss-Villa einsetzt.

Der Löwenanteil der dazu nötigen etwa 8,5 Millionen Euro soll aus Lottogeldern kommen. Im März 2007 wurde bekannt gegeben, dass die Stiftung Deutsche Klassenlotterie für den Wiederaufbau des Obergeschosses 4,75 Millionen Euro beitragen will.

Die restlichen 3,75 Millionen Euro sollen durch Fördermittel der EU zusammenkommen. Bauherr ist der Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

Der Wiederaufbau soll im September 2013 beginnen und 2015 beendet sein. Das meldet die Berliner Morgenpost. Nach Informationen der Zeitung sollen später in der Schlossgalerie „Bilderstreit“ DDR-Kunstwerke gezeigt, die zurzeit noch im Kunstarchiv Burg Beeskow lagern.

Link zur Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf“

Hier einige Bilder von Schloss Biesdorf und seinem Park:


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