Schlossstadt Tangermünde kämpfte gegen das Hochwasser


Tangermünde bei "normalem" Pegelstand: Burg und Altstadt grenzen an die Elbe. Foto: Burgerbe.de
Tangermünde bei „normalem“ Pegelstand: Burg und Altstadt grenzen an die Elbe. Foto: Burgerbe.de

Der Scheitel des Elbe-Hochwassers hat die historische Altstadt von Tangermünde in Sachsen-Anhalt passiert. Die Stadt in der Altmark, bekannt durch ihre große Burg/Schloss-Anlage, rief Freiwillige zum Füllen von Sandsäcken auf (inzwischen hat sich das erledigt, die Stadt dankt den Helfern).

Nach einem Deichbruch nördlich von Tangermünde sinkt das Wasser der Elbe (und auch des Tangers), die Elbe flutet jedoch gerade unkontrolliert Richtung Havelland.



Die Elbe-Fluten hatten die Messeinrichtungen des Tangermünder Pegels bei einem Stand von 7,85 Meter unbrauchbar gemacht. Die Volksstimme nennt einen Pegel von 8,05 Meter für Montag. Beim vorherigen „Jahrhunderthochwasser“ 2002 lag der Tangermünder Pegel bei „nur“ 7,68 Meter. Das für das kommende Woche geplante Tangermünder Parkfest ist abgesagt.

Dramatische Szenen spielen sich seit Montagmorgen wenige Kilometer nördlich von Tangermünde ab: Zwischen Schönhausen und Fischbeck ist der Elbdeich gebrochen. Durch ein zunächst zehn, dann 50, inzwischen aber 100 Meter breites Loch ergießen sich tausende Kubikmeter Wasser pro Sekunde unkontrolliert in das flache Land des Landkreises Stendal Richtung Norden.

Dutzende Orten wurden evakuiert. Das meldet „n-tv“. Die Bundeswehr ist mit 9000 Soldaten und schwerem Gerät im Einsatz. Die nächste größere Stadt ist Rathenow. Jerichow mit seinem historischen Kloster, das südlich der Einbruchsstelle liegt, ist bedroht.

Montag Abend wurde ein zweiter Deichbruch nördlich Fischbeck gemeldet. Die Bundeswehr hatte noch besonders große Sandsäcke („Bigpacks“) von Hubschraubern aus abgelassen, um den Deich zu verstärken – vergeblich.

Nun sollen Sandsäcke gezielt in die vom Wasser gerissene Lücke geworfen werden (aussichtslos). Nach neuen Auffanglinien für die Flut wird fieberhaft gesucht.

Die nahe gelegene Eisenbahnbrücke über die Elbe musste am Montag gesperrt werden. Damit war die direkte ICE-Verbindung zwischen Hannover/Magdeburg, Stendal und Berlin zwei Tage lang unterbrochen. Züge mussten Umwege fahren. Nach Angaben der Bahn kam es zu Verspätungen von bis zu drei Stunden und Zugausfällen. Die Straßenbrücke über die Elbe blieb weiter offen.

Seit Montagmorgen wird als Reaktion auf den Deichbruch in aller Eile ein rund 3,5 Kilometer langer Notdeich auf der Kreisstraße zwischen Schmetzdorf und Zollchow errichtet. Dieser soll das westliche Havelland vor der Flut schützen, teilte das Innenministerium laut „n-tv“ mit.

Hier der Blick von der Terrasse des Schlosshotels Tangermünde auf die Mole an der Elbe und die Tangermündung, beziehungsweise das, was bislang das östliche Elbufer war und jetzt ein riesiger See ist:

Zum Abschluss ein wirklich gut gemachtes Video „Tangermünde kämpft gegen das Hochwasser“, das unter anderem zeigt, wie Freiwillige die Kläranlage mit einer Sandsackbarriere sichern.




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