Ulrich von Huttens Heimat: Burg Steckelberg öffnet wieder

Dicke Mauern dominieren den Rittersaal von Burg Steckelberg / Foto: Wikipedia/
Dicke Mauern dominieren den Rittersaal von Burg Steckelberg / Foto: Wikipedia/Emmaus/CC BY 3.0 DE

Ohne Sanierung hätte sich die Ruine von Burg Steckelberg in Schlüchtern (Osthessen) ziemlich schnell in eine „abgegangene“ Burg verwandelt. Also in einen Haufen Geröll und Erde, die nichts mehr von ihrer einstigen Pracht erahnen lassen. 2004 war die Ostwand eingestürzt, 2008 folgten Teile der Nordwand. 2010 zeigten Teile der Süd- und Westwand einen bedenklichen Verlust an Standfestigkeit.

Eine grundlegende Sanierung des privaten Besitzes war nötig, um die Ruine zu retten. Dabei wurden die zusammengestürzten Steine der 1,4 Meter dicken Mauern wieder stabil aufgeschichtet und die brüchigen Mauern durch Injektionen so ertüchtigt, dass kein weiterer Zusammenbruch mehr droht. An diesem Wochenende (Sonntag) soll die Burg wieder für die Öffentlichkeit geöffnet werden.

Ulrich von Hutten / Wikipedia / gemeinfrei
Ulrich von Hutten / Wikipedia / gemeinfrei

Burg Steckelberg ist auch geistesgeschichtlich interessant, schließlich wurde hier 1488 der humanistische Ritter Ulrich von Hutten geboren. Auf der Burg war er produktiv, beendete 1519 sein erhalten gebliebenes „Gesprächbüchlein“ und schrieb Briefe an Erasmus von Rotterdam, Philipp Melanchthon und Martin Luther.

Im Bauernkrieg wäre die Anlage 1525 fast zerstört worden, aber die Besatzung hielt aus und konnte letztlich die Burg verteidigen. Während des Dreißigjährigen Kriegs war die Burg bereits unbewohnt, nach 1700 wurde sie als Steinbruch benutzt. Rettung kam erst 1883, als Hugo von Stumm die Anlage kaufte und vor weiterem Verfall bewahrte.

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Und hier geht’s zu einem Artikel von Walter Dörr in der Fuldaer Zeitung über die Geschichte der Burg: „Fest zur Wiedereröffnung der Burgruine


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