„Spuk“ auf Burg Satzvey mit Voodoo bekämpft

Spukt es auf Burg Satzvey? Foto: Burgerbe.de
Spukt es auf Burg Satzvey? Foto: Burgerbe.de

„Spuk im Rheinland“, das passt eigentlich nicht so recht zusammen. Die rheinischen Frohnaturen neigen nun mal dazu, auch nachts wenig schreckhaft zu sein. Bei ausreichender Promillezahl werden sie garantiert versuchen, sich mit jedwedem Wesen – und sei es noch so paranormal – zu verbrüdern und es auf seine Trink- und Schunkelfreudigkeit zu testen. Schlechte Karten für die ruhelosen Geschöpfe der Schattenwelt.

Das bekannteste Gespenst Düsseldorfs, die kopflose Jakobe von Baden, hat man daher schon seit Jahrzehnte nicht mehr im Schlossturm der Altstadt gesehen.

Der WDR, immer auf der Suche nach quotenträchtigen Spuk-Stories, musste schon an den Eifelrand fahren, um schauriges Türenquietschen und geheimnisvolle Schritte im alten Gemäuer präsentieren und nachstellen zu können: nach Burg Satzvey, bekannt von diversen Mittelalterspektakeln. In „Der Spuksucher“ gehen die Filmemacher Birgit Quastenberg und Olaf Strecker den eigenartigen Vorkommnissen auf den Grund.

Da klagt also die Gräfin über unerklärliche akustische Phänomene (Schritte auf dem Dachboden, Türenschlagen), und das Zimmermädchen pflichtet ihr bei: Besonders arg sei es im Raum, wo die alte Gräfin gestorben sei… man ahnt, wo das hinführt.

Henning Christoph bei der Recherche / Bild: Screenshot Youtube
Henning Christoph bei der Recherche / Bild: Screenshot Youtube

Nun ist der WDR aber lösungsorientiert und zieht den Spukexperten Henning Christoph zu Rate: Zwirbelbart, weiße Haare, Pfeife. Der Ethnologe und Fotograf hört sich alles an und fragt in Satzvey herum, wobei der Zuschauer auch gleich ein paar Lektionen Heimatgeschichte lernt. Christoph hat ein magisches Spezialgebiet: Er ist Inhaber von Deutschlands einzigem Voodoo-Museum „Soul of Africa“ in Essen.

Und plötzlich nimmt der Film ein erstaunliche Wendung. Der Sender lässt auf Christophs Geheiß nämlich afrikanische Voodoo-Priester nach Satzvey einfliegen, die sich daran machen, das Familiengeister-Problem mit ihren ganz eigenen Methoden zu analysieren. Plötzlich werden Graf Beissel zu Gymnich und seine Gattin in eine Voodoo-Zeremonie mit Kalebassen und allem Pipapo eingebunden.

Ob’s geholfen hat, und auf welchen Einfall die Geisterjäger noch kamen, will ich an dieser Stelle nicht verraten. Am Ende begann es jedenfalls zu regnen, was die Afrikaner als gutes Omen deuteten (in der Eifel sieht man das auch so, es könnte schließlich auch Schnee oder Hagel sein).

Der Film von 2012 wird gelegentlich wiederholt und ist dann auch wieder in der WDR-Videothek abrufbar. Anschauen macht auf jeden Fall Spaß. Und den Schauplatz des Ganzen, die geschichtsträchtige Burg Satzvey, kann man ja auch besichtigen…

Die Ghosthunter NRW waren auch schon auf Burg Satzvey (und wurden fündig), hier ein Beitrag der WDR-Lokalzeit:

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