Von Lenzburg bis Schloss Hallwyl – das burgenreiche Museum Aargau


Schloss Lenzburg von Südosten / Foto: Wikipedia/ Roland Zumbühl
Schloss Lenzburg gehört zum Museum Aargau. Hier der Blick von Südosten / Foto: Wikipedia / Roland Zumbühl / CC-BY-3.0

Das schweizer Museum Aargau ist das burgenreichste Kulturinstitut der Welt. Das behaupte ich jetzt mal bis zum Beweis des Gegenteils. Zum Museum gehören vier Burgen und Schlösser, ein Kloster – und die Überreste des einzigen römischen Legionslagers auf dem Gebiet der Schweiz.

Diese Menge an Geschichte machte ein gemeinsames Konzept nötig. Das ist jetzt, mit der Eröffnung der Ausstellung „Rittertum und Adel“ auf der Lenzburg umgesetzt. Das ist auch der Neuen Zürcher Zeitung einen Artikel wert. Bestandteile des neu strukturierten Museums Aargau sind:

– der Legionärspfad Vindonissa. Er soll Besuchern einen Einblick ins römische Helvetien bieten, der über die Erinnerungen an epische Käsefondues bei „Asterix bei den Schweizern“ hinausgeht.

– Das Kloster Königsfelden. Hier stehen Heilkundige im Vordergrund.

– Das Wasserschloss Hallwyl neben dem Naturschutzgebiet am Hallwilersee soll ein „Kultur- und Naturerlebnis“ bieten. Dort wurden gerade mittelalterliche Malereien an Deckenbalken schonend mit einem Laser freigelegt.

– Schloss Habsburg, die (vergleichsweise bescheidene) Stammburg der späteren Weltreich-Beherrscher, soll mit Habsburger-Geschichte punkten.

Bei Schloss Wildegg stehen Gärten und Parks im Vordergrund / Foto: Wikipedia/Badener
Bei Schloss Wildegg stehen Gärten und Parks im Vordergrund / Foto: Wikipedia/Badener/CC-BY-3.0

– Schloss Wildegg ist eine gut erhaltene Habsburger-Burg, die Ende des 17. Jahrhunderts zu einem Wohnschloss im Barockstil umgebaut wurde. Zum Anwesen gehören auch Gärten und Parks. Hier steht das „barocke Schloss- und Gartenerlebnis“ im Vordergrund

– Die Lenzburg mit ihrer bewegten Geschichte soll im Verbund das „Ritter und Drachenschloss“ mit Informationen über die Lebensweise der mittelalterlichen Adelsgeschlechter sein.

Die Geschichte der Lenzburg in jüngerer Zeit ist besonders bewegt: 1893 hatte der US-Millionär Augustus E. Jessup das Schloss vom Vater des Dichters Frank Wedekind gekauft, um es als repräsentativen Wohnort für sich und seine Gattin, Lady Mildred Marion Bowes-Lyon herzurichten. Der Industrielle legte Wert auf Elektrizität, Bäder und Zentralheizung.

Seine junge Frau, eine Tante von Queen Mum, starb jedoch schon 1897. 1911 ging das Schloss in den Besitz der Familie des Polarforschers Lincoln Ellsworth über. Seine Witwe verkaufte es in den 50er Jahren dem Kanton Aargau.

Links:
Hier geht’s zum Artikel von Erich Aschwanden in der Neuen Zürcher Zeitung über „Die neuen Aargauer Schlossherren

Und hier der Link zur Seite des Museums Aargau

Einen Flyer mit dem Jahresprogramm der sechs Standorte des Museums Aargau kann man sich hier herunterladen (PDF).



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