Burg Veynau - eine ansehnliche Eifel-Wasserburg

Wasserburg Veynau: Die stärkste Festung am Eifelrand

Das Herrenhaus wurde im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut
Burg Veynau; Das Herrenhaus wurde im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut / Fotos: Burgerbe.de

Bekannte mittelalterliche Anlagen mit reichlich Markttreiben wie Burg Satzvey am Nordrand der Eifel ziehen Besucher aus allen möglichen Ecken an. Die Strahlkraft solcher Burgen führt oft dazu, dass sehr ansehnliche Schlösser in unmittelbarer Nachbarschaft der Touristenziele weitgehend unbekannt bleiben.

Das kann natürlich auch durchaus positiv sein – wie im Fall von Burg Veynau. Die imposante Wasserburg liegt in Sichtweite der Autobahn A1 (Anschlussstelle Wisskirchen). Wer zu den Ritterspielen von Burg Satzvey fährt, sieht ein paar Meter nach der Abfahrt von der Autobahn kurz die Türme von Burg Veynau über die Bäume ragen.



Burg Veynau: Der Wehrturm existiert nur noch als Ruine
Burg Veynau: Der Wehrturm existiert nur noch als Ruine

Mehr bekommt man von dem Bauwerk allerdings zunächst nicht zu Gesicht, es sei denn, man folgt einem Schild und biegt von der Hauptstraße auf einen schmalen Weg ab, der an einem Wäldchen entlang hinunter zum Veybach führt. Unten angekommen steht man vor einem verschlossenen Burgtor, denn die Anlage ist Privatbesitz und wird von einer Firma genutzt.

Aber – und das finde ich wirklich klasse – man kommt durch ein nicht verschlossenes Törchen auf eine Wiese des örtlichen Angelvereins und kann so etwa zur Hälfte um die Burg herumlaufen und sich das Zusammenspiel von Burgbau und Wasser ansehen. Und fotografieren.

Als ich da war, saß ein einsamer Angler auf der anderen Seite des Burggrabens – sonst war weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Diese Ruhe…

Burg Veynau war eine mächtige Festung
Burg Veynau war eine mächtige Festung

Es ging hier aber nicht immer so friedlich zu: Die Burg entstand um 1340 im Konflikt zwischen dem Kölner Erzbischof und dem Grafen von Jülich um die Grenze beider Territorien. Und die Zuständigkeiten wechselten mehrfach.

Im Jahr 1422 provozierte der Burgherr Balduin von Monyardin durch seine Schusseligkeit (vielleicht war es aber auch einfach nur Arroganz oder Berechnung) eine Eroberung durch Herzog Adolf VII. von Jülich-Berg.

Balduin war kein Eigentümer der Burg, sondern Lehnsnehmer des Herzogs. Und er hatte es  versäumt, um eine Verlängerung des Lehens zu bitten. Ein Affront für den Herzog, der das Lehen mit militärischen Mitteln einzog.

Burg Veynau: Umflossen vom aufgestauten Veybach
Burg Veynau: Umflossen vom aufgestauten Veybach

Die Burg mit dem breiten, durch den Veybach gespeisten Wassergraben, war zeitweise die stärkte Festung der Region. Von der weitläufigen Anlage sind heute noch die äußere und innere Vorburg mit zwei runden Schalentürmen und die Kernburg mit Palas und zwei Ecktürmen erhalten.

Im geldrischen Krieg (1542/43) konnte sich die Burgbesatzung gegen kaiserliche Truppen halten. Im Dreißigjährigen Krieg trug die Anlage schwere Beschädigungen davon, die aber wieder repariert wurden. Ein Brand, den 1708 Truppen des französischen Generals Lacroix legten, hätte das Ende für die Burg bedeuten können.

Aber glücklicherweise fiel die Burg 1722 an den kurpfälzischen Generalfeldmarschall Max Karl von Martial, der die Anlage wieder aufbauen und das Herrenhaus erweitern ließ. Später wurde die Burg nur noch als abgelegenes Landgut genutzt und begann im 20. Jahrhundert zu verfallen. 1952 beschädigte ein Erdbeben die Gebäude weiter.

Doch die Burggeschichte hat ein Happy End: 1988 kam das Gemäuer in den Besitz von Harald Freiherr von Elmendorff, der es mit Unterstützung des Landes NRW aufwändig restaurierte.

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Fotos: Burgerbe.de


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