Schloss Linderhof: Sanierung kostet 34 Millionen Euro


Schloss Linderhof / Foto: Wikipedia/Guido Radig
Schloss Linderhof / Foto: Wikipedia  / Guido Radig / Linzenz: CC BY-SA 3.0

Der Freistaat Bayern lässt sich die Sanierung des kleinsten Schlosses von „Märchenkönig“ Ludwig II. einiges kosten. Finanzminister Markus Söder (CSU) bezifferte den Sanierungsbedarf bei einem Besuch auf dem Schloss jetzt auf 34 Millionen Euro.

„Gerade die Venusgrotte in Linderhof ist Stein gewordener Traum des Märchenkönigs. Unsere Aufgabe ist, ihn für die kommenden Generationen zu erhalten. Das Kulturkonzept der Bayerischen Staatsregierung ist ein Anfang. Insgesamt werden die Kosten der Restaurierung auf 17 Millionen Euro geschätzt“, so Söder.



Weitere 5,5 Millionen Euro sollen in die Sanierung der Außenanlagen im Schlosspark fließen. Zudem sei eine Sanierung der Schlossräume für circa 10 Millionen Euro sowie eine Kanalsanierung für circa 1,3 Millionen Euro beabsichtigt. Pro Jahr werden auf dem Schloss rund 450.000 Besucher gezählt.

Bei der Restaurierung der Venusgrotte sollen die Außenmauern abgedichtet, die Innenraumschale saniert und teilweise erneuert werden. Eine Erwärmung und das Einströmen vorgetrockneter Luft soll die Feuchtigkeit in der in Leichtbazuweise errichteten künstlichen Grotte verringern.

Blick vom Venustempel auf Schloss Linderhof / Foto: Wikipedia/softeis
Blick vom Venustempel auf Schloss Linderhof / Foto: Wikipedia/softeis/CC BY-SA 3.0

Zudem ist die Wiederherstellung der historischen Atmosphäre durch das farbige Beleuchtungskonzept geplant. Voraussichtlicher Baubeginn ist Frühjahr 2015. Die Verwirklichung soll mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Seit 2001 hat der Freistaat mehr als 17 Millionen Euro in den Erhalt des Königsschlosses investiert. Das geht aus einer Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung hervor.

Wo heute das Schloss steht, befand sich ursprünglich ein einfaches Bauernhaus aus dem Jahr 1790. König Max II. ließ es zu einem Jagdsitz erweitern. Schon mit 22 Jahren begann sein Sohn König Ludwig II. die königliche Villa zu überplanen.

Er dachte ja gerne gigantomanisch. In diesem Fall gleich an Versailles, wo sein großes Vorbild Ludwig XIV. Hof gehalten hatte. Dummerweise war für eine solche Opulenz rund um Linderhof schlicht kein Platz.

Der enttäuschte König fügte daraufhin „nur“ einen Ostflügel an. Weil das so gut geklappt hatte, folgte 1871 der Westflügel und ein Verbindungsstück mitsamt königlichem Schlafgemach. Die Bauernkate war mittlerweile von drei Seiten vom Schloss umbaut und störte das Bild.

Ludwig ließ sie allerdings nicht abreißen, sondern um 200 Meter versetzten. Dort steht das Gebäude heute noch.

Die Venusgrotte im Schlosspark von Linderhof / Foto: Wikipedia/softeis
Die Venusgrotte im Schlosspark von Linderhof / Foto: Wikipedia/softeis/CC BY-SA 3.0

1875 ließ der „Kini“ seine Bühnenbildner im Schlosspark eine „Venusgrotte“ mit künstlichem Mini-See, Heizung und elektrischem Licht errichten: Eine Eisenkonstruktion, deren Zwischenwände mit imprägnierter Leinwand bespannt und mit Zement bestrichen waren. Die Wände wurden mit Bildern aus der Wagner-Oper Tannhäuser bemalt.

Clou der Höhle war ein Wasserfall. Der König ließ sich hier in enem Bötchen in Muschelform herumrudern. Ein Projektor warf derweil einen künstlichen Regenbogen an die Decke. Für Seegang sorgte eine Maschine…

Infos zu Besichtigung, Öffnungszeiten, Eintrittspreisen etc. gibt es auf der Schloss-Linderhof-Homepage.

Und hier mal ein paar Video-Eindrücke:

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