Bauen wie im Mittelalter: Die Motte von Guédelon

Die Motte von Guedelon
Die Motte von Guedelon

Vorgängerbauten vieler Burgen waren so genannte Motten: Das sind Holztürme, die geschützt von Graben und Palisaden zumindest einen rudimentären Schutz gegen mögliche Angreifer boten. Erhalten halten hat sich von den Holzkonstruktionen nur wenig: Die Motten wurden entweder abgerissen und durch steinerne Burgen ersetzt oder verfielen nach wenigen Jahrzehnten von alleine.

Beim französischen Burgenbauprojekt Guédelon (Burgund) wird der Nachbau einer solchen Motte gezeigt. Er entstand parallel zu den Anfängen des dortigen Burgenbaus. Das ist auch aus historischer Sicht logisch, schließlich konnte die Motte so als Fluchtburg der Bauarbeiter und Burgbewohner dienen, bevor die Steinburg verteidigungsfähig war.

Die Guédelon-Motte ist wie die historischen Vorbilder von einer Holzpalisade umgeben und entstand – wie fast alles bei Guédelon – in Handarbeit. Oben bietet sie eine Verteidigungsplattform, die für Besucher leider nicht zugänglich ist.



Wie frisch aus dem Baumarkt; Deutscher Motten-Nachbau in Herne 2010
Wie frisch aus dem Baumarkt; Deutscher Motten-Nachbau in Herne 2010

In Deutschland konnte man den Nachbau einer Motte im Rahmen der Ruhrgebiets-Ausstellung „Aufruhr 1225″ in Herne besichtigen, was ich natürlich getan habe.

Die deutsche Turmhügelburg sieht in ihrer hellen Holzoptik und mit ihren geraden und akkurat geschnittenen Brettern natürlich aus wie frisch aus dem Baumarkt – während das französische Pendant mit dunklen, ungleichen Brettern und dicken Ritzen dazwischen urwüchsiger wirkt – und dem real existiert habendenden Vorbild aus der Zeit vor Hornbach, Toom & Co. wohl deutlich näher kommt.

Einen ausführlicheren Bericht über das französische Burgenbauprojekt mit Fotos von Guédelon gibt es hier.

Foto: Burgerbe.de

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