Die Schönburg: Freier Blick über die Saale

Die Schönburg über der Saale
Die Schönburg über der Saale

Auf einem Sandsteinfelsen, 40 Meter über der Saale, erhebt sich seit mehr als 900 Jahren die Schönburg. Ein malerisches Bild, nicht nur für die vielen Padler, die im Sommer auf dem gemütlich dahinplätschernden Flüsschen unterwegs sind.

Schon zu slawischer Zeit soll es dort eine Befestigung gegeben haben. 1157 wurde erstmals ein Kastell auf dem Felsen erwähnt. Bis zur Reformation ließen es sich dort die Bischöfe von Naumburg gut gehen, die die Burg als Sommerresidenz nutzen.

Dummerweise wurde auch die Schönburg in den innersächsischen Streit (Sächsischer Bruderkrieg) von 1446 bis 1452 einbezogen und zum größten  Teil zerstört. Da mussten die Bischöfe ein paar Jahre lang anderswo verbringen.



Der Burghof der Schönburg
Der Burghof der Schönburg

Die Reformation führte zur Auflösung des Bistums Naumburg – mit der Folge, dass seine Besitzungen inklusive der Schönburg an den sächsischen Kurfürsten fielen. 1539 bis 1540 wurde in der Vorburg ein Renaissance-Bau errichtet, der als Försterei diente. In der Burg saß nun ein Amtmann des Kurfürsten.

Ungewöhnlich war, dass die Ländereien um die Burg 1668 an Bauern und Bürger der umliegenden Dörfer verkauft wurden. Die Burg verfiel und diente den Bürgern von Schönburg und Possenhein als Steinbruch für Baumaterial.

1815 übernahm der Preußische Staat in dem Gebiet das Sagen. Schon in den Jahren 1800 und 1825 kam es zu Sanierungen – die Behörden zur Zeit der aufkommenden Romantik hatten früh erkannt, wie sinnvoll der Erhalt des idyllisch gelegenen Gemäuers war. 1860 soll der damals 16-jährige Nietzsche auf der Burg den „Germania“ gegründet haben.

Blick vom Burgturm der Schönburg auf die bei Paddlern beliebte Saale
Blick vom Burgturm der Schönburg auf die bei Paddlern beliebte Saale

1884 eröffnete in der Kernburg eine gut gehende Gastwirtschaft. 1927 übernahm die Stadt Naumburg die Burg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Burg als Ort von Sängertreffen und Konzerten im Rahmen des Schönburgfests bekannt.

Im Burgturm hängen heute Urkunden aus der DDR-Zeit, die die Aktivitäten des „Dorfclubs Schönburg“ feiern – und Handzettel mit Werbung fürs Schönburgfest im Juli 1981 – Motto: „Auf der Schönburg liegt Musicke drin“ mit dem Rundfunkorchester Leipzig und den Schönburger Blasmusikanten.

1991 bis 1994 und 1996 wurde die Burg dann erneut restauriert. Der 1994 gegründete Heimatverein Schönburg kümmert sich intensiv um den Erhalt und sammelt fleißig Geld. Heute ist auf dem Burggelände wieder ein Biergarten mit Restaurant beheimatet, die Burgschänke. Den Burgturm kann man erklettern und von oben die Aussicht über Saale und umliegende Felder genießen.

Wenn man schon mal in der Gegend ist, empfielt sich ein Besuch im nahen Naumburg, wo Dom und Altstadt locken.

Die Schönburg gibt es sogar doppelt. Eine der großen Burgen am Rhein heißt auch so.

Lage: Burg 1, 06618 Schönburg

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Fotos: Burgerbe.de

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