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Quasr Ibn Ma’an: Dungeon-Burg über Tadmor

Die Säulenallee der Welterbestätte Palmyra, rechts daneben die Burg / Fotos: Burgerbe.de
Die Säulenallee der Welterbestätte Palmyra, rechts daneben die Burg / Fotos: Burgerbe.de

Was machte man im Mittelalter in der Wüste mit dem einzigen Hügel weit und breit, der auch noch von Höhlen durchzogen ist? Na, man baute eine Burg darauf. Zum Schutz der syrischen Siedlung Tadmor (das antike Palmyra) und der Grenze des Fürstentums Homs entstand um 1230 die Burg Quasr Ibn Ma’an.

Bauherr war wohl der Fürst von Homs, Sirkuh II. Nach der Machtübernahme der Mameluken um 1260 verstärkten diese die kleine Festung weiter.


Richtig gemütlich machte es sich hier oben (mit Blick auf die etwa zwei Kilometer entfernte Oasenstadt Tadmor und das Ruinenfeld von Palmyra) der libanesische Drusenfürst Fakhreddin (1585–1635). Er ließ die Burg schlossähnlich ausbauen.

Die Aussicht bekam ihm allerdings nicht gut. Sein Versuch, sich mit dem mächtigen Osmanenreich anzulegen, scheiterte kläglich. Die Türken nahmen ihn gefangen und richteten ihn 1635 in Istanbul hin.

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Burg, Sand und Trümmer…

Danach verfiel die Burg. Heute sind nur noch die Außenmauern gut zu erkennen. Drinnen sieht es eher trostlos aus. Von weitem gibt die Burg, gerade in Kombination mit den Ruinen von Palmyra, ein phänomenales Fotomotiv ab. Nachts wird die Anlage angestrahlt.

Der Komplex ist keilförmig und von einem Graben umgeben. Die Kernburg bestand aus mehreren Gebäuden, die über einer Zisterne errichtet wurden. Die Außenfronten wurden in engem Abstand mit schmalen Rechtecktürmen besetzt.

Kurz nach der Erbauung der Kernburg wurde diese von einer turmbewehrten Mauer umgeben. Die 13 Türme sind maximal 7,5 Meter breit und so schmal, dass die Verteidiger keine größeren Schleudern oder ähnliches darauf aufstellen konnten.

palmyra5Wer die Burg erobern wollte, musste sich erst einmal durch ein unübersichtliches unterirdisches Labyrinth aus Gängen rund um die Zisterne hindurchkämpfen.

Dieses bestand auch noch aus mehreren voneinander getrennten Abschnitten. So eine Art Dungeon mit diversen Leveln mitten in der Wüste, um mal die Adventure-Sprache zu bemühen.

Dummerweise waren damals aber weder Cheats noch Extra-Leben erfunden…

Links: Kurzer Wikipedia-Eintrag zur Burg

Nachtrag: Im Sommer 2015 ist das Gebiet von der Terrormililz Daesh besetzt worden.

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Fotos: Meine



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