Schloss_Burg_an_der_Wupper_Fernansicht_2

Solingen: Schloss Burg im Regen

Schloss Burg / Foto: Burgerbe.de / Foto oben: Ökologix / CC-BY-SA 3.0
Schloss Burg / Foto: Burgerbe.de / Foto oben: Ökologix / CC-BY-SA 3.0

„Die Jahre vergehen wie im Flug. Es wird Zeit für unseren Besuch auf Schloss Burg.“ Wenn das mal kein gelungener Slogan ist.

Die Vorzeige-Burg des Bergischen Landes erhebt sich in Solingen auf einer Höhe über der Wupper.

Man sollte sich da nur nicht unbedingt von strömendem Regen erwischen lassen. Dann sieht man von der Aussicht nämlich nix.


Erbaut wurde die Anlage nach 1133 von Adolf II. von Berg. Der mächtige Engelbert II. von Berg, Erzbischof von Köln (Vertrauter von Staufer-Kaiser Friedrich II. und zeitweise sogar Reichsverweser) ließ 1218 bis 1225 das prachtvolle Palas-Gebäude mit Rittersaal, Kapelle und Kemenate erbauen.

Nutzen konnte er es allerdings nicht. Denn kaum war es fertig, wurde der Erzbischof 1225 bei dem Versuch einen Streit zu schlichten von seinem Neffen Friedrich von Altena und Isenberg im November 1225 bei Gevelsberg erschlagen. Isenberg wurde daraufhin 1226 in Köln gerädert. Raue Sitten damals.

schlossburg2.jpgIm 13. und 14. Jahrhundert war Schloss Burg Hauptresidenz der Grafen von Berg. 1385 zogen die Herren (mittlerweile zu Herzögen erhoben) in ihr neues, standesgemäßes Schloss nach Düsseldorf.

Schloss Burg wurde zum Jagdschloss, gelegentlich feierte man große Hochzeiten.

Erwähnenswert ist die Kinderverlobung von 1496. Maria von Jülich-Berg (5) wurde dem sechsjährigen Johann von Kleve-Mark versprochen, was zur Entstehung des Herzogtums Jülich-Kleve-Mark führte. 1510 wurde dann auf Schloss Burg geheiratet.

590px-grundriss_schloss_burg_2-copy.jpgDie Wirren des Dreißigjährigen Krieges führten zum Niedergang der Festung. Das Schloss erlebte wechselnde Besatzungen. 1632 beschossen und belagerten die Schweden die Anlage. Erfolglos. Nach dem Friedensschluss 1648 zerstörten die abziehenden kaiserlichen Truppen unter Heinrich von Plettenberg Bergfried, Mauern, Tore und Türme. 1700 wurde das Hauptgebäude wieder hergestellt, um als Richter-Sitz zu dienen.

yvonne_regen.jpgIn der beginnenden Industrialisierung entstand auf dem Schlossgelände eine Wolldeckenfabrik (bis 1849). Danach wurde die Anlage vollständig zur Ruine, aus der sich Baumaterial gewinnen ließ. Auch beim Bau des Landgerichts in Elberfeld verwendeten die Arbeiter offenbar Holzbalken von Schloss Burg.

Privates Engagement rettete Schloss Burg schließlich. Auf Initiative des Barmener Architekten Gerhard August Fischer gründete sich 1887 ein Schlossbauverein, der bis 1914 für die Rekonstruktion sorgte. 1920 brannte die Anlage nieder und musste bis 1925 erneut wiederaufgebaut werden.

engelbert.jpgHeute beherbergt die Burg das Bergische Museum und wird jährlich von ca. 250.000 Menschen besucht. Besonders empfehlenswert ist der Aufstieg auf den Bergfried. Man hat einen herrliche Blick über das Bergische Land – falls es gerade nicht wie aus Eimern schüttet. Aus dem Ort kann man das Schloss mit einer Seilbahn erreichen. Es gibt aber auch einen Parkplatz.

2008 werden übrigens 220.000 Euro für dringende Sanierungsarbeiten benötigt. Das meldet die Bergische Morgenpost. Besonders die Wandmalereien sind betroffen.

Quellen: Ausführlicher Wikipedia-Eintrag, Chronik bei Burgen-in-NRW.de, Burg-Homepage.

Bilder:
1) Palas mit Statue von Erzbischof Engelbert
2) Yvonne fotografiert im Regen vom Bergfried aus
3) Plan von Wikipedia/Wicket
4) Mehr Regen. Yvonne oben im Bergfried
5) Nochmal Bischof Engelbert. Diesmal nass.

Lage: Schlossplatz 2, 42659 Solingen-Burg



Ein Gedanke zu „Solingen: Schloss Burg im Regen“

  1. Hallo eine sehr interesande zeit .
    Habe den film leben in 16 jahrunderd Gesehen und bin sehr erstaund
    wie die Mägte und knechte Gelebt haben auch die Sachen die sie Getragen haben ich suche ein Parr alte stifel oder schuhe die mann bei einen historischen Ereignis tragen kann geld kann ich nicht so viel Zalen den ich bin so arm wie die kanechte und Mägde im Mittelalter bitte schreiben sie mir.

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