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Burg Steinsberg: Besiegte Bauern mussten büßen


Der Bauernkrieg bedeutete für die adeligen Landesherren einen tiefen Schrecken. Plötzlich mischte der gemeine Pöbel in der Politik mit, stellte Forderungen. Der Schock fuhr den Herren umso tiefer in die Glieder, als die Haufen der Bauern trutzige Burgen stürmten und niederbrannten.

Burg Steinsberg bei Sinsheim in Baden ist ein Beispiel für eine solche Anlage – und für die spätere Vergeltung der Obrigkeit.


Die Außenmauern der 1191 erstmals erwähnten Burg sind spiralförmig um die innere Burg angelegt. Erst, wenn man drei Tore passiert hat, steht man vor dem Haupttor. Mauern und der achteckige, 30 Meter hohe Bergfried sind bis heute erhalten und verleihen der Burg einen durchaus majestätischen Anblick. Es ist der einzige achteckige Bergfried nördlich der Alpen.

steins3.jpgLange war die Burg, die man wegen Ihrer Lage auf der höchsten Felskuppe der Gegend auch „Kompass des Kraichgaus“ nennt, ein Verwaltungssitz der Pfalzgrafen bei Rhein für deren kraichgauer Besitzungen. 1517 ging sie an die lokalen Ritter derer von Venningen.

Die sollten nicht lange Freude an ihrer neuen Besitzung haben: 1525 stürmten die örtlichen Bauern die strategisch wichtige Burg und brannten sie nieder.

Nach der blutigen Niederschlagung der Aufstände mussten die überlebenden Bauern der Region 5000 Gulden Strafe zahlen. Dersteins2.jpg massiv gebauten Burg haben die Flammen nicht viel anhaben können, die hölzernen Gebäude innerhalb des Mauerrings waren schnell wieder aufgebaut.

Erst nach einem Blitzeinschlag 1777 wurde die Burg aufgegeben. Glücklicherweise wurde sie in den folgenden Jahren nie als Steinbruch genutzt, was erheblich zum guten Zustand beitrug, in dem sich das Gemäuer heute befindet.

steins4.jpg1973 ging Burg Steinsberg in den Besitz der Gemeinde über Sinsheim über, die mit der Sanierung begann. Teile der Burg, die auf einem Hügel voller Weinreben steht, kann man heute besichtigen. Von oben haben Besucher einen schönen Blick über den Kraichgau. Es gibt auch eine Burggaststätte.

Literarisch hat die Burg dadurch von sich Reden gemacht, dass sich der Minnesänger Spervogel dort um 1180 aufhielt. (Quellen: Wiki, Badischewanderungen.de)

Geister: Im dritte Burgtor ist eine Neidfratze eingearbeitet, die Geister vertreiben soll. Offenbar mit Erfolg.

Links: Mehr zur Geschichte der Burg bei Badischewanderungen.de. Der Wiki-Eintrag ist eher mager.

Lage: 74889 Sinsheim-Weiler

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