In der Kaiserburg Nürnberg: Keine Bilder, bitte!


Burgtürme über Nürnberg
Burgtürme über Nürnberg

Leider darf man in den Innenräumen der Nürnberger Burg nicht fotografieren. Seeeehr schade. Denn die Führung ist eindrucksvoll und anschaulich.

Der Burgberg ist 60 Meter hoch und fällt zur Pegnitz hin steil ab. Älteste Burgfundamente stammen aus der Zeit um das Jahr 1000. Heinrich III. hat hier wohl um 1039 mit dem Bau eines Verwaltungssitzes begonnen. Um 1180, unter Friedrich Barbarossa, war der Ausbau vorläufig abgeschlossen.


Diese Königsburg „Nuorenberc“ entwickelte sich später zur wohl bedeutensten Burg der deutschen Reichsgeschichte. Zwischen 1050 und 1571 machten alle Kaiser und Könige des Heiligen Römischen Reiches hier Station. Vornehme Bürger der Handelsstadt sorgten für die Inneneinrichtung.

Die Bürnberger Burg erweist sich als Besuchermagnet
Die Bürnberger Burg erweist sich als Besuchermagnet

Die ehemalige Kaiserstallung der Pfalz ist heute eine Jugendherberge. In einem Teil der Burg ist eine Außenstelle des Germanischen Nationalmuseums untergebracht mit Informationen zur Burggeschichte und ein paar alten Waffen und Rüstungen. Die Führung endet am „tiefen Brunnen“, in den ein Leuchter mit brennenden Kerzen hinabgelassen wird. Er ist knapp 50 Meter tief und wohl so alt wie die Burg selbst.

Als besonders faszinierend empfand ich die Kapelle (13. Jhd.) im Heidenturm mit ihren drei getrennten Ebenen: Unten für die Ordensritter, in der Mitte für Grafen und Herzöge und oben eine Empore für den Kaiser. Letztere noch mit uralten Fliesen ausgelegt. Ein in Höhe der dritten Ebene in die Wand eingelassener Kopf zieht die Blicke auf sich.

Denn je nachdem, von wo man schaut, sieht er immer anders aus: Auf die Ordensritter und das gemeine Volk ganz unten schaut er grimmig und autoritär, auf die Grafen eher verständnisvoll – und dem Kaiser gegenüber erscheint das Gesicht irr, schon fast geisteskrank.

Ganz schön mächtig...
Ganz schön mächtig…

Eine Art Humor, die schon ziemlich nach dem Stauferkaiser Friedrich II. klingt.

Archäologie: Die Gestalt der ursprünglichen Burg (aus dem Jahr 1000) ist noch nicht völlig erforscht. Bei Ausgrabungen im Innenhof stieß man 2001 auf Fundamente eines runden salischen Bergfrieds mit einer Mauerdicke von zwei Metern. Darunter fanden sich weitere Reste von Bebauung.

Mythologie: Der Sage nach soll Nürnberg bereits in römischer Zeit gegründet worden sein. Es wird dort erzählt, dass ein römischer Feldherr namens Drusius Nero (gemeint ist vermutlich Nero Claudius Drusus) auf einem seiner Feldzüge sein Lager auf dem heutigen Burgberg aufgeschlagen habe. Weil ihm der Ort so gefiel, fing er an, dort einen Turm und Befestigungen zu bauen. Die Bauern aus der Umgebung nannten daher den Berg „Neroberg“, woraus sich später der Name Nürnberg entwickelt habe (Quelle: Wikipedia).

425px-wappen_von_nurnbergsvg.pngLage: Auf der Burg 13, 90403 Nürnberg

Links: Burgseite der Stadt Nürnberg
Mehr zur Baugeschichte

Fotos: Burgerbe.de

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4 Gedanken zu „In der Kaiserburg Nürnberg: Keine Bilder, bitte!“

  1. 1969, ich war seit ein paar Tagen sechs Jahre alt, verreiste meine Mutter mit mir und meiner Schwester das erste Mal, und zwar nach Muggendorf in der Fränkischen Schweiz. Unser Flug ging etwas mehr als eine Stunde (!) via PanAm von Berlin-Tempelhof nach Nürnberg. Da von dort der Bus erst ungefähr anderthalb Stunden später fuhr, quetschte meine Mutter in die kurze Zwischenzeit noch einen Besuch auf der Burg. Bis heute bin ich ihr dafür mehr als dankbar. Ich bewahre noch ganz klare Erinnerungen, an ein sehr hochgebautes Bett beispielsweise(meine Mutter:‘ damals waren die Menschen viel kleiner, höchstens ein Meter fünzig!‘), an den Blick ins Verlies (ich war überzeugt, eiben Totenkopf zu sehen^^; meine Mutter’den hätten die doch bestimmt längst weggeräumt…?‘ ) und an eine Trommel, die über einer Kellertreppe hing und angeblich ‚mit Menschenhaut bespannt‘ war. Das habe ich damals als sehr fesselnd empfunden und auf meiner allersten selbst geschriebenen Ansichtskarte an meinen Opa akribisch vermerkt 😀
    Ich bin, wie gesagt, meiner Mutter für diesen Schlenker im wunderschönen und heißen Sommer 1969 bis heute zutiefst dankbar, auch wenn- oder gerade weil?- mich trotz großen Wunsches mein Weg nie wieder dorthin geführt hat. Danke für den Beitrag!

  2. naja… ganz am ende der besucherschlange und ohne blitz lässt sich da auch einiges machen 😉

    ich mag burgen und ruinen auch sehr gerne… in dem sinne: was dagegen, wenn ich dich verlinke? dann kann ich immer gucken, was es hier so neues gibt :)

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