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Skandal in Hyderabad: Golfplatz im Golconda Fort

Ganz schön verschachtelt: Golconda Fort besteht aus vier unterschiedlichen Festungen / Foto: Wikipedia / Bobsodium / CC-BY-SA-2.5

Ganz schön verschachtelt: Golconda Fort besteht aus vier unterschiedlichen Festungen / Foto: Wikipedia / Bobsodium / CC-BY-SA-2.5

Im an alten Wehrbauten reichen Indien bahnt sich eine skandalöse Vernichtung historischer Bausubstanz an – ausgerechnet zugunsten eines (künstlich bewässerten) Golfplatzes.

Es geht um das Fort Golconda bei Hyderabad in Südindien. Hier hat das Tourismusministerium des Bundesstaates Andhra Pradesh den Bau eines 18-Loch-Golfkurses in einem aus dem Jahr 1724 stammenden Teil der Festung genehmigt, dem sogenannten Naya Qila. Und das kurz bevor es gar nicht mehr für das Gebiet zuständig war.

Die dazu nötigen Abrissarbeiten “störender” Mauern und die Verlegung von Wasserleitungen haben bereits begonnen. Zuvor fand nicht einmal eine Notgrabung statt. Das melden diverse indische Medien und dankenswerterweise die Deutsche Presseagentur (dpa).
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Kunstschloss Wrodow: Südflügel kostet 450.000 Euro

Kunstschloss Wrodow spiegelt sich im Schlossteich / Foto: gemeinfrei

Kunstschloss Wrodow spiegelt sich im Schlossteich / Foto: gemeinfrei

Schloss Wrodow hat nach der Wende einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen: Eine Künstlergemeinschaft kaufte 1993 das Herrenhaus bei Schmölln und begann mit der umfassenden, gut zehn Jahre dauernden Sanierung.

Seitdem wurde das Gutshaus zum Kunstschloss mit einer Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen und Ausstellungen.

Nun trennen sich die Künstler von einem Großteil ihres Besitzer: Für 450.000 Euro steht der Südflügel von Schloss Wrodow inklusive des mittelalterlich anmutenden Rundturms zum Verkauf.

Kinofreunde könnten das Schloss wiedererkennen: Regisseur Rosa von Praunheim produzierte hier 1999 über Dorf und Schloss einen Dokumentarfilm: Wunderbares Wrodow. Der Film erhielt den Robert-Geisendörfer-Preis.
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Schloss Heiligenberg (Jugenheim) wird Schönheitsklinik



Schloss Heiligenberg: Im Ostflügel soll ein OP-Saal einziehen  Foto: Wikipedia / Heidas / CC-BY-SA 3.0

Schloss Heiligenberg: Im Ostflügel soll ein OP-Saal einziehen Foto: Wikipedia / Heidas / CC-BY-SA 3.0

Mit Schönheits-OPs lässt sich mächtig viel Geld verdienen. Doch die meist aus gutbetuchten Familien stammenden (Privat)-Patienten verlangen nach der Operation im passenden Ambiente.

Welche Bankergattin will schon nach Straffung der Gesichtshaut neben irgendwelchen jammernden niederen Angestellten im Mehrbettzimmer im tristen Krankenhausdesign von 1984 aufwachen?

Besonders beliebt sind daher Schlösser als Klinikstandort. Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg wollen nun den Ostflügel des historischen Schlosses Heiligenberg nahe Darmstadt umbauen, um in einem neuen OP-Raum plastische Operationen durchführen zu können.
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Das Foltermuseum auf Schloss Waldeck



Schloss Waldeck thront 220 Meter über dem Edersee / Foto: Wikipedia / Ot / CC-BY-CA 3.0

Schloss Waldeck thront 220 Meter über dem Edersee / Foto: Wikipedia / Ot / CC-BY-CA 3.0

Wenn ein Burgbesitzer Touristen anziehen will, richtet er eine “Folterkammer” ein und verlangt horrenden Eintritt. Grusel geht immer.

Die Exponate beschränken sich in der Regel auf Streckbank, Pranger, Daumenschrauben, Bilder diverser Hinrichtungsarten – und die Eiserne Jungfrau (deren Verwendung im Mittelalter genauso eine neuzeitliche Erfindung ist wie die angeblichen Hörner an den Wikingerhelmen).

Eine solche Dauerausstellung unter dem Titel “Hinter Schloss und Riegel” gibt es auch auf Schloss Waldeck am Edersee in Nordhessen (der Eintritt ist mit 4/2 Euro noch zivil). Darin werden die diversen Strafen des Mittelalters und der frühen Neuzeit erklärt.

Für mich neu: Ein drehbarer Käfig, der angeblich als eine Art Pranger diente (jeder durfte den Delinquenten mal kräftig drehen).
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Burgenarchäologie: Die Armbrustbolzen von Eppenstein

Die Ruine von Burg Eppenstein in der Obersteiermark / Foto: Wikipedia / PLauppert / CC-BY-CA 3.0

Die Ruine von Burg Eppenstein in der Obersteiermark / Foto: Wikipedia / PLauppert / CC-BY-CA 3.0

In Mittelalter und Früher Neuzeit gab es zwei Arten von Geschossen, denen selbst gestandene Ritter am liebsten weiträumig auswichen: Die Pfeile englischer Langbogenschützen und Armbrustbolzen.

Ritter, die den von bürgerlichen Schützen abgefeuerten Geschosshagel aus Arroganz zu ignorieren trachteten, überlebten nicht lange: wie der beratungsresistente französische Hochadel bei Azincourt 1415.

Der Papst verbot sogar den Einsatz dieses “unritterlichen” Kriegsgeräts gegen Christen. Ohne Erfolg.

Nun ist von den hölzernen Wunderwaffen dieser Zeit, zu deren prominenten Opfern der englische König Richard Löwenherz zählte, wenig geblieben. Umso größer war die Überraschung, als Studenten jetzt bei einer Grabung auf dem Gelände der Ruine von Burg Eppenstein (Obersteiermark) auf einen Vorrat aus hunderten Armbrustbolzen stießen. Das meldet die Kleine Zeitung.
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Burg Wahrenholz-Grabung: Die Spur der Christen-Miliz



Lageplan der Überreste von Burg Wahrenholz, die Anfang des 20. Jahrhunderts noch sichtbar waren / Foto: gemeinfrei

Lageplan der Überreste von Burg Wahrenholz, die Anfang des 20. Jahrhunderts noch sichtbar waren / Foto: gemeinfrei

Das östliche Niedersachsen um das Jahr 1000: Eine ungemütliche Zeit. Scharmützel zwischen christlichen und heidnisch-slawischen Milizen örtlicher Warlords waren an der Tagesordnung.

Und Amerikaner als Weltpolizisten liefen auch keine herum. Die feierten lieber zuhause Gelage mit dem zarten Fleisch fetter Prärie-Bisons.

In dieser misslichen Lage fanden die Einheimischen diesseits und jenseits der Grenze angesichts der ständig auftauchenden Feinde Zuflucht in runden Wallanlagen. Man darf sich da jetzt keine massige Granit-Burg vorstellen: Die Befestigungen bestanden aus Holz und Lehm und einem tiefen Graben.

Wie das aussah, kann man am Nachbau der Slawenburg Raddusch in der Niederlausitz sehen.
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Burg Schwalenberg ist schwer verkäuflich



Burg Schwalenberg in NRW steht seit Jahren zum Verkauf / Foto; gemeinfrei

Burg Schwalenberg in NRW steht seit Jahren zum Verkauf / Foto; gemeinfrei

José Manuel Rico Aguirre ist Spanier, Geschäftsmann – und Burgbesitzer. 2007 hat er Burg Schwalenberg im NRW-Kreis Lippe gekauft.

Doch seine Pläne, dort Restaurant und Hotel wiederzueröffnen, zerschlugen sich nach kurzer Zeit – unter anderem wegen der Bauvorschriften. Seit Jahren versucht er nun schon, Burg Schwalenberg wieder loszuwerden.

Dabei ging er mit der für die Denkmalimmobilie verlangten Summe immer weiter herunter: Von zunächst vier Millionen Euro auf 1,2 Millionen und aktuell auf 950.000 Euro. Das meldet die Lippische Landeszeitung.

Mit dem Verkauf betraut ist die “Vermittlung historischer Immobilien OHG” bei Rosenheim (Link zum Angebot).
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Northeimer Landsknechte belagern Schloss Erichsburg



Auf Schloss Erichsburg krachen am letzten Augustwochenende die Kanonen / Foto: Veranstalter

Auf Schloss Erichsburg krachen am letzten Augustwochenende die Kanonen / Foto: Veranstalter

Es ist die Zeit des Dreißigjährigen Krieges: Ein Haufen Landsknechte ist auf der Suche nach Beute vor der abgelegenen Erichsburg in Dassel aufgetaucht und lechzt nach Plünderung. Raub, Mord und Brandschatzen sind ihr Geschäft.

Doch das niedersächsische Renaissance-Burgschloss wird von einer handvoll entschlossener Artilleristen zäh verteidigt. Den Angreifern fliegen bald die Kanonenkugeln nur so um die Ohren.

Wie das Duell ausgeht, kann sich jeder Interessierte am 23./24. August auf Schloss Erichsburg bei Einbeck ansehen. Titel der Veranstaltung: “Marodierender Landsknechtshaufen belagert die Erichsburg”: Reenactment aus der Zeit zwischen 1618 und 1648.
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Ratschläge für einen schlechten Burgenblogger*



Burgenblogger gesucht: Am Mittelrhein startet 2015 ein interessantes Experiment...  Foto: Burgerbe

Burgenblogger gesucht: Am Mittelrhein startet 2015 ein interessantes Experiment…

Für Burg Sooneck wird ein “Burgenblogger” gesucht, der dort ein halbes Jahr lang frei wohnen darf und über seine Erlebnisse im Welterbe Mittelrheintal gegen eine Monatspauschalte berichten soll.

Hier ein paar Ratschläge für einen schlechten Burgenblogger…

- Rassele Jahreszahlen herunter. Je mehr je besser. Sie sind das Rückgrat einer jeden Burggeschichte und auch ohne jeden Zusammenhang ein dankbares Mittel zur Entspannung. Das kennen die Leute aus dem Geschichtsunterricht. Es schafft gleich so eine träumerische Atmosphäre wohligen Wegsäuselns.
Du hast einen Bildungsauftrag, also rein mit dem Ziffernsalat in die Köpfe…
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“Die drei Federn”: Märchen-Dreh auf Schloss Mitwitz



Auf Wasserschloss Mitwitz wurde fürs ARD-Weihnachtsmärchen 2014 "Die drei Federn" gedreht / Foto: gemeinfrei

Auf dem fränkischen Wasserschloss Mitwitz wurde fürs ARD-Weihnachtsmärchen 2014 “Die drei Federn” gedreht / Foto: gemeinfrei

Woran merkt man, dass das Jahr bald zu Ende geht? Ein untrügliches Zeichen ist, dass auf irgendeiner Burg TV-Teams für die Öffentlich-Rechtlichen herumhuschen, um das letzte Sommerlicht fürs diesjährige Weihnachtsmärchen zu nutzen.

Aktuell geschieht das auf Wasserschloss Mitwitz in Oberfranken (laut Eigenwerbung “eines der bedeutendsten Wasserschlösser Bayerns”). Auf dem privaten Anwesen wird für das ARD-Märchen “Die drei Federn” gedreht.

Die Hauptrollen spielen Sky DuMont und Michael Schönborn. Die Regie hat Su Turhan. Das meldet der Bayerische Rundfunk, der den Film auch produziert.
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