Hier stand eine Burg: ASP-Grabung nach Resten der Burg Mömbris startet 2019

Eine Drohne soll Luftbilder des Areals der einstigen Burg Mömbris machen / Foto: Gemeinfrei
Eine Drohne soll Luftbilder des Areals der einstigen Burg Mömbris machen / Foto: Gemeinfrei / Foto oben: Wikipedia / Commander-pirx / CC-BY-SA 4.0

Von der einst stolzen Burg Mömbris sind nur noch einige Steine und ein Graben übrig – zumindest an der Erdoberfläche. Eine auf drei Monate angelegte Grabung des Archäologischen Spessartprojekts (ASP) der Uni Würzburg soll der abgegangenen Burg im Jahr 2019 auf den Grund gehen.

Zuvor sollen Drohnenbilder den Forschern einen dreidimensionalen Überblick verschaffen, wo sich das Graben lohnen könnte. Gesucht wird u.a. der Burgbrunnen. Sein Inhalt könnte interessante Erkenntnisse bieten. Darüber schreibt das „Main Echo“.

Der Verein Kulturlandschaft Kahlgrund unterstützt das Projekt durch Arbeitsstunden. So wollen Mitglieder den einstigen Burghügel vor dem für August geplanten Drohnenflug von Gestrüpp befreien – es ist bereits die zweite Ausgrabung, die der Verein so begeleitet.
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Bares für Rares: Schlösser-Drehorte Drachenburg bis Brandenstein

 Bares für Rares: Die Händlerrunde auf Schloss Drachenburg beim Ersteigern eines Spielzeug-Apfelschimmels aus Blech. Screenshot: Youtube / Foto oben: Burgerbe.de
Bares für Rares im ZDF: Die Händlerrunde auf Schloss Drachenburg beim Ersteigern eines Spielzeug-Apfelschimmels aus Blech. Screenshot: Youtube / Foto oben: Burgerbe.de

„Bares für Rares“ mit Horst Lichter ist inzwischen die erfolgreichste Nachmittagssendung im ZDF. Inzwischen gibt es acht Staffeln, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Gedreht wurden und werden die Folgen des 2013 geborenen Trödel-TV gern auf Schlössern. Im Frühjahr wurden zwei Folgen auf der Drachenburg in Königswinter gefilmt.

Gesendet wurden sie am 31. Mai und 12. Juli 2018 – und sie werden sicher noch häufiger wiederholt, auch bei ServusTV und ZDFneo.
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Burg Wetter (Ruhr): Wo Harkorts Schlote qualmten

Die Harkortsche Fabrik hat Burg Wetter mit Beschlag belegt (1834) / Bild: Wikipedia/The Yorck Project
Die Harkortsche Fabrik hat Burg Wetter mit Beschlag belegt (1834) / Bild: Wikipedia/The Yorck Project / Foto oben: Burgerbe.de

Dass es Burg Wetter an der Ruhr überhaupt gibt, ist „Schuld“ der Kölner. Zumindest indirekt. Denn der Bau der Burg in den Jahren zwischen 1250 und 1274 im Auftrag der Grafen von der Mark war eine Reaktion auf die Errichtung der nahen Burg Volmarstein durch das nicht immer friedliche Erzbistum Köln.

Nun standen sich mit Volmarstein und Wetter zwei Burgen gegenüber und markierten die Grenzen der jeweiligen Territorien (beide sind heute Ruinen).

Während der Soester Fehde testeten die Kölner 1445 die Verteidigungsfähigkeit der Burg Wetter. Der Name des Burg-Chefs, der im Auftrag der Grafen von der Mark der Belagerung stand hielt, ist überliefert: Craft Stecken. Der Ort ging in Flammen auf.

Ruine von Burg Wetter am HArkortsee
Hier entstanden Deutschlands erste Dampfmaschinen: Die Überreste der Burg Wetter / Foto: Burgerbe.de

Burg und Dorf bildeten in diesen Jahren die von Mauer und Graben umgebene „Freiheit Wetter“. Man hatte eine begrenzte Selbstverwaltung und wählte einen Bürgermeister.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Burg als Verteidigungsbau nutzlos geworden, und die Besatzung zog aus. Es begann der Verfall.

Nun saß nur noch der für Wetter zuständige Amtmann in der Burg. 1780 bis 1815 war Burg Wetter Sitz des örtlichen Bergamts, mehrere Jahre lang geleitet vom Freiherrn von Stein, später einer der Väter der preußischen Reformen.

Für die Ruine hoch über dem Wasser interessierte sich nach Ende der napoleonischen Ära ein Unternehmer: Friedrich Harkort kaufte das Areal dem Staat für 2000 Taler ab.

Der Turm von Burg Wetter / Ruhr
Der Burgturm der Burg Wetter an der Ruhr ist erhalten.

Das Grundstück mit der Ruine lag zwar verkehrstechnisch ungünstig auf seiner Felsenkuppe, war aber billig zu haben, da das Bergamt eh auszog.

1818 richtete er hier mit Unterstützern eine der ersten Maschinenbaufirmen des damals noch ländlichen Ruhrgebiets ein, die Mechanischen Werkstätten Harkort & Co.

Von vorwiegend abgeworbenen englische Facharbeiten ließ Harkort Dampfmaschinen und Gaslampen produzieren – es waren die ersten serienmäßig hergestellten Dampfmaschinen watt’scher Bauart „made in Germany“*). Und bestens gut geeignet für den sich entwickelnden Bergbau im Revier. Die Fabrikgebäude ließ Harkort innerhalb des Burgareals errichten.

Die preußische Regierung sah die aufkeimende Industrie mit Sympathie und schüttete jahrelang großzügige Fördergelder aus.

Unternehmer Friedrich Harkort in den 1820er Jahren / Bild: gemeinfrei
Unternehmer Friedrich Harkort in den 1820er Jahren / Bild: gemeinfrei

Die Mechanischen Werkstätten wuchsen schnell. Sie zählten 1825 mit 94 Arbeitern zu den größten Industriebetrieben Westfalens. Hier wurden die ersten deutschen Dampfmaschinen gebaut.

1821 konnte die Maschinenfabrik bereits zehn Dampfmaschinen-Modelle anbieten. Das teuerste für 23.000 Taler.

Bald war der Bergfried umgeben von einem halben Dutzend Schornsteinen. Das bekannte Bild von 1834 (oben rechts) gibt einen lebendigen Eindruck. Es hängt heute im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte Dortmund – und die Burg ist eine Station der Route der Industriekultur.

Harkort schrieb im pathetischen Stil der Zeit: „Prangt auch das Banner der alten Grafen nicht mehr auf den Zinnen des gewaltigen Thurmes, so schauen wir demungeachtet dort in festlichen Tagen die wehenden Farben des großen preußischen Vaterlandes!“

Doch zwischen den Geschäftspartnern kam es zum Streit: Harkort schied 1834 aus, Preußen stellte die Subventionen ein. Der Betrieb ging in einem anderen Unternehmen auf, heute gehört er rein rechtlich zur Firma Demag Cranes.

1870 endete die Produktion mitten in der Ruine. Das Bergamtsgebäude auf dem Burggelände wurde 1923 wegen Baufälligkeit abgerissen.

Ruine der Burg Wetter an der Ruhr mit Infotafel
Eine Infotafel erzählt die Geschichte der Burg Wetter. Foto: Burgerbe

Von der Produktionsstätte ist heute nichts mehr zu sehen. Die Burgruine ist wieder „leer“. Einige Fabrikgebäude sind noch da: Sie wurden umgebaut und dienen nun als Wohnhäuser. Überragt wird die Freiheit weiter vom mehr als 25 Meter hohen Burgturm, an den sich Wohnhäuser anschließen. Eine Besichtigung des Turms ist nicht möglich.

In die mit einem Gitter versperrte Burg kann man hineinschauen. Hinter der Burg liegt ein Aussichtspunkt mit tollem Blick über den 1931 angelegten Harkortsee, einen der sechs Ruhrstauseen.

Weiterlesen:
Das Internetportal „Westfälische Geschichte“ über das Bild „Die Harkortsche Fabrik auf Burg Wetter an der Ruhr, 1834″

*) Nun kommt unweigerlich die Frage nach der ERSTEN Dampfmaschine aus deutscher Produktion auf. Diese hatte der Ingenieur Carl Friedrich Bückling (1756-1812) am 23. August 1785 am hundert Meter tiefen König-Friedrich-Schacht bei Hettstedt (Sachsen-Anhalt) in Betrieb genommen. Die Dampfmaschine pumpte Grubenwasser deutlich effektiver ab als das bisher verwendete Pferdeschöpfwerk.

Eine Nachbildung (Fotos) steht heute im Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss Hettstedt.
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Schloss Reinhardsbrunn: Thüringen enteignet russische Besitzer

Die Kapelle von Schloss Reinhardsbrunn / Foto: Wikipedia / Michael Sander / CC-BY-SA 3.0
Die Kapelle von Schloss Reinhardsbrunn / Foto (und auch Foto oben): Wikipedia / Michael Sander / CC-BY-SA 3.0

Schloss Reinhardsbrunn ist enteignet. Die Thüringer Landesregierung hat den lange vorbereiteten Schritt zur Übernahme des verfallenden Denkmals in Staatsbesitz nun vollzogen, das Landesverwaltungsamt hat ihn in einem 37-seitigen Schreiben bestätigt.

Die Immobilie bei Friedrichsroda (Landkreis Gotha) gehörte bislang einer Firma im Besitz einer russischen Familie, die kein Interesse an der Immobilie mehr zeigte – Die Anlage steht im Ruf das „Frustschloss der Denkmalpfeger“ zu sein.

Die Enteignung von Burgen/Schlössern ist ein höchst ungewöhnlicher Schritt – zum einen wegen der rechtlichen Hürden, zum anderen wegen der unseligen deutschen Geschichte, in der totalitäre Regierungen immer wieder Privatbesitz aus „Staatsinteresse“ an sich gerissen haben.
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Badische Fahne am Karlsruher Schloss wieder erlaubt

Die Onlinepetition für die Baden-Fahne am Karlsruher Schloss fand 11.666 Unterzeichner / Screenshot von Change.org / Foto oben: Wikipedia / NordNordwest / CC-BY-SA 3.0 (Montage von mir)
Die Onlinepetition für die Baden-Fahne am Karlsruher Schloss fand 11.666 Unterzeichner / Screenshot von Change.org / Foto oben: Wikipedia / NordNordwest / CC-BY-SA 3.0 (Montage von mir)

Wende im Karlsruher Fahnenstreit: Die Landesregierung erlaubt nun doch das Hissen der badischen Fahne über dem ehemaligen Karlsruher Residenzschloss – heute Standort des Badischen Landesmuseums. Die Erlaubnis gilt einstweilen bis zum 11. November 2018.

In der vergangenen Woche hatte das Baden-Württembergische Staatsminsterium den Badenern noch das Aufziehen ihrer alten Landesfahne über dem Schloss verboten. Begründung: An Landesgebäuden seien nur Bundes-, Landes- oder EU-Flaggen zulässig.

Viele Karlsruher hielten das für einen Anti-Badener-Affront aus der Schwaben-Metropole. Die badische Fahne wurde also eingeholt und landete im Depot.
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