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Partnerschaft Neuschwanstein – Burg Himeji?

Burg Himeji ist Unesco-Welterbestätte. Foto: gemeinfrei

Burg Himeji ist Unesco-Welterbestätte. Foto: gemeinfrei

Wenn Touristen aus Südostasien angelockt werden sollten, kommt die Schlössertourismus-Branche auf allerlei Kapagnenideen, die aber irgendwie immer alle gleich desaströs enden.

Am Ende werden in der Regel ein paar ältere Funktionäre in Lederhosen, jüngere Damen in Dirndl gesteckt und mit bunten Neuschwanstein-Postern, Kuckucksuhren und Bierseideln ausgestattet nach Fernost geschickt. Ihr Schicksal besteht vor Ort darin, zu Blasmusik und Helene-Fischer-Klängen “typisch deutsch” zu sein und sich unendlich oft fotografieren zu lassen.

Das Deutschlandbild in Übersee dürfte dadurch bereits derart schief sein, dass die Goethe- Institute es auch mit noch so vielen Kursen nicht mehr werden geraderücken können…
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Burg Rotwasserstelz und die Rheinbrücke

Burg Rotwasserstelz am Hochrhein / Foto: Wikipedia / Roland Zumbühl, www.picswiss.ch / CC-BY-SA 3.0

Burg Rotwasserstelz am Hochrhein / Foto: Wikipedia / Roland Zumbühl, www.picswiss.ch / CC-BY-SA 3.0

Ein Flussübergang war im Mittelalter von imenser strategischer und fiskalischer Bedeutung. An solch einer Stelle konnte man mit geringem Aufwand ganze Armeen aufhalten und ordentlich Händler schröpfen. Hier entstanden Burgen auch schon mal direkt an Flüssen.

Ein malerisches Beispiel ist die südlichste Burg Baden-Württembergs, die vor 1163 errichtete Burg Rotwasserstelz (heute auch bekannt als Schloss Rötteln). Auf einem Felsen direkt am Rhein gelegen, schützte sie wohl zunächst eine Furt, an deren Stelle bald eine (erstmals 1294 erwähnte) Rheinbrücke entstand.
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Schloss Lichtenstein (Sachsen) für 78.400 Euro zwangsversteigert

Schloss Lichtenstein in Werdu / Foto: Wikipedia / Regi51 / CC-BY-SA 3.0

Schloss Lichtenstein bei Zwickau / Foto: Wikipedia / Regi51 / CC-BY-SA 3.0

Bei der heutigen Zwangsversteigerung von Schloss Lichtenstein in Sachsen gab es nur einen einzigen Bieter.

Für lediglich 78.400 Euro erhielt Restaurator Mario Schreckenbach den Zuschlag. Das meldet MDR-Online.

Schreckenbach wolle nun erstmal Reparaturen durchführen lassen und nach Investoren für die Sanierung suchen. Er wolle das Schloss mitsamt den unteridischen Gängen auch wieder der Öffentlichkeit zugägnglich.
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Schoss Hohenheim: Land plante Irrfahrt für Touristen




Schloss Hohenheim in Stuttgart / Foto: Wikipedia / pjt56 / CC-BY-SA 3.0 Schloss Hohenheim in Stuttgart / Foto: Wikipedia / pjt56 / CC-BY-SA 3.0

Zu den begehrtesten Artikeln der Tourismusbranche gehören Autobahn-Hinweisschilder für Sehenswürdigkeiten. Wie Pilze schießen diese zurzeit an den bundesdeutschen Fernstraßen aus dem Boden und versprechen den jeweiligen Kommunen einen steten Strom an Touristen = reichlich Kohle. Nun sind die Autobahnen aber fest im Griff der jeweiligen Landesbürokratie.

Folge: Genehmigungsverfahren ziehen sich schon mal endlos hin und führen zu allerlei komplett widersinnigen Entwicklungen. Jüngstes Beispiel ist ein geplantes Schild für Schloss Hohenheim in Stuttgart, Sitz der gleichnamigen Universität, auf das die Initiatoren nun dankend verzichten.
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Schloss Mallin: Teures Verfallsobjekt




Schloss Mallin steht mal wieder zum Verkauf / Foto: Wikipedia / Niteshift / CC-BY-SA 3.0

Schloss Mallin steht mal wieder zum Verkauf / Foto: Wikipedia / Niteshift / CC-BY-SA 3.0

Schloss Mallin in Mecklenburg könnte ein Schmuckstück des Historismus sein. Wenn sich denn ein Investor finden würde, der Geld für den Erhalt in die Hand nimmt und nicht auf den eigenen Profit schaut.

Seit 1991 steht das schlossartige Herrenhaus des Barons von Hauff aus den Jahren 1870/71 leer und wird langsam zur romantischen Ruine mit zwei spitzen Treppentürmen und eingeworfenen Fenstern als sichtbaren Zeichen.

Der aktuelle Besitzer, ein Berliner Immobilienhändler, möchte 280.000 Euro dafür haben und weist im Gegenzug auf die hohen Abschreiungsmöglichkeiten hin.
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Die blutige Belagerung von Burg Rheinfels




Burg Rheinfels war eine der größten Barockfestungen Europas / Fotos: Burgerbe.de

Burg Rheinfels war eine der größten Barockfestungen Europas / Fotos: Burgerbe.de

Kommandant Georg Ludwig von Schlitz machte den Angreifern das Leben schwer / Foto: Wikipedia / Laubtaler / CC-BY-SA 3.0

Kommandant Georg Ludwig von Schlitz machte den Angreifern das Leben schwer / Foto: Wikipedia / Laubtaler / CC-BY-SA 3.0

Sonnenkönig Ludwig XIV. sammelte Provinzen wie heute andere Leute Geo-Caches. Sein schönstes Neujahrsgeschenk war daher eine frisch eroberte Festung in Feindesland. Genau dieses Präsent wollte ihm zur Jahreswende 1692/93 Comte de Tallard machen.

Der 30-jährige Generalleutnant stand gerade mit 28.000 Mann plündernd am Mittelrhein. Dummerweise war Burg Rheinfels und das benachbarte St. Goar kurz zuvor durch eine Truppe von ca. 3000 Soldaten des Landgrafen von Hessen-Kassel und bewaffnete Bürger aus den umliegenden Dörfern besetzt worden.

Und die dachten gar nicht daran, dem stürmischen Franzosen die Tore zu öffnen.
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Mussolini-Bunker unter Villa Torlonia geöffnet




Drunter ist der Bunker: Casino Nobile im Park Villa Torloni in Rom / Foto: Wikipedia / Villa Torlonia 01302-4 modified / CC-BY-SA 3.0

Drunter ist der Bunker: Casino Nobile im Park Villa Torlonia in Rom / Foto: Wikipedia / Villa Torlonia 01302-4 modified / CC-BY-SA 3.0

Erstmals ist jetzt ein Bunker des italienischen Diktators Benito Mussolini in Rom öffentlich zugänglich. Zynischerweise liegt er in Katakomben, in denen einst jüdische Römer ihre Toten begruben.

Mussolini war die Sache mit dem Krieg nicht ganz geheuer. Offiziell betonte, er dass er “wenn Bomben fallen, auf den Balkon gehen werde”. Historisch belegt ist, dass er sich bei Bombenalarm umgehend in unterirdische Räume zurückzog.

Bereits kurz nach dem Kriegseintritt Italiens hatte der Bunkerbau begonnen. Unter seinem Regierungssitz, dem neoklassizistischen Palazzo Venezia ließ er eine Betonzuflucht errichten – und unter dem Casino Nobile im Villa-Torloni-Park.

Ein Badezimmer im Mussolini-Bunker / Screenshot BBC

Ein Badezimmer im Mussolini-Bunker / Screenshot BBC

Der Villa-Torlonia-Bunker ist jetzt von Roms Bürgermeister für die Öffentlichtkeit geöffnet worden. Diverse Medien stürzen sich auf die Agenturberichte.

Wer liebevoll eingerichtete Räume mit Schreibtischen, Landkarten an den Wänden und wichtig dreinschauenden lebensgroßen Puppen in ordensübersäten Generalstabs-Uniform erwartet, die huldvoll die Figur des grimmig grübelnden Il Duce umschwirren und dessen “genialen Einfällen zur Errichtung des neuen römischen Reichs” lauschen, wird enttäuscht werden.

So einen Stil findet man eher im Churchill-Bunker in London.

Auch von den in Bunkern des einstigen Berliner Regierungsviertels anzutreffenden naiv-klotzigen Propaganda-Malereien pinselschwingender Nazis ist nichts zu sehen (wobei den Italienern sicher schönere Motive eingefallen wären als den Blut-und-Boden-Aposteln aus Germania).

Diktatorenfreunde mit Vorliebe für Bunker: Mussolini und Hitler / Foto: Wikipedia / Bundesarchiv / CC-BY-SA-3.0-DE

Diktatorenfreunde mit Vorliebe für Bunker: Mussolini und Hitler / Foto: Wikipedia / Bundesarchiv / CC-BY-SA-3.0-DE

Vom Mussolini-Bunker haben sich lediglich hell gestrichene, blanke Betonröhren erhalten. An die 1940er Jahre erinnern nur ein paar alte Stahlhelme, Gasmasken, Metalltüren und ein Bakelit-Telefon.

Dass Mussolini seinen Bunker in jüdischen Katakomben des 3./4. Jahrhunderts errichten ließ, scheint bei der Führung unter den Tisch zu fallen. Laut den Agenturen ist dort lediglich von einem ehemaligen Weinkeller die Rede.

Das Casino Nobile und die anderen Gebäude des Parks wie ein Saturntempel, ein Theater und das Casino del principi entstanden ab 1806 im Auftrag der Bankiersfamilie Torlonia. 1925 pachtete Mussolini die leer stehende Anlage für den symbolischen Betrag von einer Lira jährlich. Besonders das 1832 erweiterte Casino hatte es ihm angetan.

Darunter ließ er zwei Bunker ausbauen: Mit gasdichten Türen und einer Luftreinigungsanlage.

In der Nachkriegszeit verkam das Gelände. Seit 1978 ist es im Besitz der Stadt Rom. Der Park ist seitdem offen. Mehrere Gebäude werden als Museen genutzt.

Weiterlesen:
Hier geht es zum Artikel aus Meldungen von Reuters und AP (via Spiegel-Online): “Mussolini-Fluchtraum in Rom geöffnet: Im Luftschutzbunker des Diktators
Die BBC bringt einen zweiminütigen Videobericht: “Mussolini’s World War Two bunker to open to the public
Auch das Magazin “Blick” aus der Schweiz hat ein Kurzvideo zum (O-Ton) “Diktatoren Verliess” online: “So sah Mussolinis Bunker aus



Ottawa: Kanadas symbolträchtiges Parlament

Das kanadische Parlament in Ottawa wurde Ziel eines Anschlags. Fotos: Burgerbe.de

Gebaut nach dem Vorbild von Westminster Palace: Das kanadische Parlament in Ottawa (hier der zentrale Block mit Peace Tower von 1927) wurde Ziel eines Anschlags. Fotos: Burgerbe.de

Der Komplex des kanadischen Parlaments ist von Türmen geprägt.

Der Komplex des kanadischen Parlaments ist von Türmen geprägt.

Schlimme Nachrichten aus Ottawa: Offenbar hat es einen Anschlag auf das Parlament gegeben. Ein Soldat und ein Attentäter sind tot.

Im Gebäude wurde Amokalarm ausgelöst, die Abgeordneten verbarikadierten sich, die Sicherheitskräfte brachten den kanadischen Ministerpräsidenten in Sicherheit. Die Lage ist noch unklar, von weiteren Schüssen in einem Einkaufszentrum ist die Rede.

Jetzt flimmern immer wieder Bilder des kanadischen Parlaments über die Bildschirme, das aussieht, wie ein riesiges neugotisches Schloss mit einem viel zu groß geratenen Kirchturm in der Mitte (der 92 Meter hohe Peace Tower).
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Schloss Garath: Die Orgien von Strombergs Capitol




Erkennen Sie es wieder? Schloss Garath aus dem Stromberg Streifen / Foto: Burgerbe.de

Erkennen Sie es wieder? Schloss Garath aus “Stromberg – der Film” / Foto: Burgerbe.de

Es gibt da eine Szene im neuen Stromberg-Kinofilm (der noch besser und böser ist, als ich erwartet hatte) – also es gibt da eine Szene, in der die Führung der Capitol-Versicherung so richtig turbokapitalistisch die Sau rauslässt.

Während die Belegschaft zum 50-jährigen Firmenjubiläum im gesichtslosen Tagungshotel mit Bufett, billigem Fusel und Retortenmusik abgefüttert wird, hat sich die (ausschließlich männliche) Führungsriege auf ein Schloss zurückgezogen, den Champagner entkorkt und Krawatten und Gedanken an die Gattinnen zuhause gelassen.
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Die schönsten Burgen und Schlösser in Rheinland-Pfalz



Burg Eltz: Eine der schönsten mittelalterlichen Burgen Deutschlands

Burg Eltz: Eine der schönsten mittelalterlichen Burgen Deutschlands

Rheinland-Pfalz verfügt in den Tälern von Mittelrhein (Weltkulturerbe) und Mosel über eine phänomenale Auswahl von Burgen, die auch noch zum Teil sehr schön gelegen sind. Auch meine deutsche Lieblingsburg, Burg Eltz, liegt in diesem Bundesland.

Verkehrstechnisch kommt man vor allem am Mittelrhein gut voran. An der Mosel muss man sich schon mal ein paar Dutzend Kilometer über die Uferstraße schieben, kann dafür aber ein paar tolle Blicke auf Fluß und Weinberge erhaschen.

Nur in der Eifel wird’s etwas schwierig, die Autobahn A1 hört nämlich mittendrin einfach auf…

Hier mal eine Übersicht über die hier im Blog vorgestellten Schlösser und Burgen in Rheinland-Pfalz.
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