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Burg Hülshoff und die Angst vor den Täufern


Burg Hülshoff: Gebaut auf zwei Inseln / Foto: Burgerbe.de

Burg Hülshoff: Gebaut auf zwei Inseln (die Kapelle stammt aus späteren Zeiten) / Fotos: Burgerbe.de

Westfälischen Protestanten ist nicht zu trauen – und Täufer sind die Inkarnation des Bösen. Darin war sich der Münsteraner Heinrich I. von Droste zu Hülshoff sicher. Erst nach anderthalbjähriger Belagerung war es den Landsknechten des Bischofs von Münster und Osnabrück, Franz von Waldeck, gelungen, im Juni 1535 gelungen, das verbissen verteidigte Münster zu erobern und das Täuferreich zu zerschlagen.

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13-Jährige entdeckt vergessenes Schloss Scheidingen




Die Kürzung würde auch Archäologische Grabungen betreffen. Foto: Wikipedia/Axel Hindemith

Archäologische Grabung: Häufig machen erst Funde von Laien die Geschichtsforscher aufmerksam /  Foto: Wikipedia / Axel Hindemith / CC BY 3.0 DE

So klingen Geschichten aus einem kitschigen Jugendroman: Ein Mädchen hört Erzählungen von einem vergessenen Schloss in ihrer Nähe und macht sich auf die einsame Suche. Natürlich begleitet von ungläubigen Blicken Erwachsener und dem Spott Gleichaltriger, die ihre Misserfolge genüsslich herumtratschen.

Und dann passiert, womit niemand gerechnet hat (außer natürlich die treuen Leser der Geschichte): Sie stößt auf die versunkenen Reste früherer Pracht und findet mindestens einen Schatz – und die zunächst ahnungslosen Archäologen kommen und staunen.

Verrückterweise ist genau so etwas jetzt in einem kleinen Ort bei Soest in NRW passiert. Davon berichtet der Soester Anzeiger.

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Round Tower von Windsor Castle: Illusion von Mittelalter


Windsor Castle: Der mächtige Rundturm / Foto: Wikipedia / Petr.noha / CC BY 3.0

Windsor Castle:  Der mächtige Rundturm stammt im oberen Drittel aus dem 19. Jahrhundert / Foto: Wikipedia / Petr.noha / CC BY 3.0

Um mal mit modernen Mythen aufzuräumen: Ja, Windsor Castle geht zwar auf Wilhelm den Eroberer zurück. Aber: Nein, den mächtigen Rundturm ließ er nicht bauen. Und auch sonst ist aus der Zeit des Siegers von Hastings in Windsor nicht viel stehen geblieben. Dafür kann die Queen jetzt umso schöner hier ihren 88. Geburtstag(!) feiern als im normannisch-engen Tower in London.

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Schloss Senden: Wie ein Wasserschloss verfällt

Schloss Senden1

Idyllisch: Die Rückseite von Schloss Senden / Foto: Burgerbe

Schloss Senden in Senden im Kreis Coesfeld

Schloss Senden in der Gemeinde Senden im Kreis Coesfeld

Verlassene Schlösser, die noch im Verfall von der einstigen Pracht ihrer lange verflossenen fürstlichen Bewohner künden, erwartet man eigentlich eher auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Im geschichtsbewussten, wohlhabenden Münsterland sollte eigentlich kein Platz für verrammelte historische Säle, blinde Scheiben und vor sich hin rottende Bausubstanz aus der Feudalzeit sein.

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Sachsens Schlösser-Verfall: FAZ über Schloss Promnitz




Schloss Promnitz an der Elbe / Foto: Wikipedia / Jwaller / CC BY 3.0 DE

Schloss Promnitz an der Elbe: Der Treppenturm ist seit über zehn Jahren eingerüstet / Foto: Wikipedia / Jwaller / Lizenz: CC BY 3.0 DE

“Morbider Charme” – so könnte man Schloss Promnitz bei Riesa charakterisieren. Das Herrenhaus des einstigen 161 Hektar großen Ritterguts steht mit löchrigen Fenstern und schadhaftem Dach hinterm Elbdeich und bröckelt vor sich hin. Seit dem Hochwasser 2002 ist der Treppenturm eingerüstet.

Getan hat sich: nichts. Eigentümerin des sächsischen Renaissance-Denkmals von 1602 soll eine Hamburger Projektgesellschaft sein. Ein Freundeskreis bemüht sich, das Schlimmste zu verhindern…

Autor Stefan Locke nimmt das Schicksal von Schloss Promnitz zum Anlass, um auf Seite 3 der FAZ vom 19. April 2014 ausführlich über die Lage bedrohter Schlösser und Herrenhäuser in Sachsen und Thüringen zu berichten.

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Falken-Webcam auf Nürnberger Burg wieder aktiv



Ein Wanderfalke / Foto: Wikipedia/Ltshears

Ein Wanderfalke / Foto: Wikipedia/Ltshears/Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Neuer Wanderfalken-Nachwuchs auf der Nürnberger Burg: Im Sinnwellturm, dem höchsten Turm der Kaiserburg, nistet nun schon im zweiten Jahr ein Wanderfalken-Pärchen.

Es wird dabei von einer eigens installierten “Falken-Webcam” beobachtet. Dass die Falken dort brüten, ist schon ungewöhnlich, da der Nistkasten eigentlich für die kleinere Turmfalken aus dem Heidenturm der Burg konzipiert ist. Die Wanderfalken sind zwar gefährdet, gelten aber als anpassungsfähig.

Wegen der milden Witterung sind die Falken in diesem Jahr früh dran. In der Nacht zu Karnevals-Dienstag hatte das Falken-Weibchen zwei Eier gelegt. Beide Jungvögel sind inzwischen geschlüpft.

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Kölner wollen Unteres Schloss Mirow kaufen – Geburtsort einer englischen Königin



Das Untere Schloss in Mirow / Foto: Wikipedia / Niteshift / CC BY 3.0 DE

Das Untere Schloss in Mirow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)/ Foto: Wikipedia / Niteshift / CC BY 3.0 DE

Eine Immobiliengesellschaft aus Köln plant, das Untere Schloss Mirow zu kaufen und für fünf Millionen Euro zu sanieren.

Nach Angaben von NDR Online will die Gesellschaft dort gemeinsam mit der Cöllnischen Stiftung ein Schulungs- und Ferienzentrum einrichten. Hinzu kommen sollen “exklusive Gästezimmer” und Gastronomie.

Die Stiftung, die mit im Boot ist, wurde “mit dem Ziel gegründet, jenen ein Lächeln zu schenken, die aus eigener Kraft nicht an den Freuden des alltäglichen Lebens oder des kölnischen Brauchtums teilhaben können”, wie es auf ihrer Homepage heißt.

Das Untere Schloss könnte also eine Art Außenstelle des kölschen Frohsinns in Mecklenburg werden. Eigenartige Vorstellung.

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Brand auf Schloss Arenfels schnell gelöscht



Zuckerbäckerstil: Schloss Arenfels / Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

In einem zurzeit unbewohnten Nebenflügel von Schloss Arenfels (bei Bad Hönningen in Rheinland-Pfalz) ist am Dienstagabend ein Feuer ausgebrochen. Der Brand konnte von der örtlichen Feuerwehr schnell gelöscht werden. Verletzt wurde niemand.

Laut Polizei entstand ein Schaden von rund 5000 Euro (für so ein Ereignis ausgesprochen wenig). In dem Teil des Schlosses liefen gerade Renovierungsarbeiten.

Die SWR-Landesschau meldet, dass der mit Spanplatten belegte Fußboden und die darunter liegenden Balken in Brand geraten seien.

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US-Übungsplatz Hohenfels: Kein Zutritt zur Hohenburg




Warnschild vor Truppenübungsplatz / Foto: Wikipedia / Fiorellino / CC BY 3.0 DE

Warnschild vor Truppenübungsplatz / Foto: Wikipedia / Fiorellino / CC BY 3.0 DE

Raversdorf und Kittensee sind heiß umkämpft. Und das ständig. Auf dem bayerischen Truppenübungsplatz Hohenfels üben Einheiten der US Army, wie Autokonvois sich am besten durch die engen Gassen von Oberpfälzer Dörfern kämpfen, in deren malerischen Häuschen und Vorgärten sich bis an die Zähne bewaffnete Taliban verschanzt haben. Manchmal dürfen auch Nato-Partner mitspielen.

Das unter amerikanischer Kontrolle stehende Hohenfels-Areal ist einer der größten Truppenübungsplätze Deutschlands – er hat sogar eine eigene Burgruine: Die 1000 Jahre alte Hohenburg am nordöstlichen Rand der Anlage. Öffentlich zugänglich ist sie natürlich nicht.

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Schloss Schwedt: Gesprengt auf Ulbrichts Befehl




Sprengung der Ruine von Schloss Schwedt 1962 / Bild: Screenshot Youtube

Sprengung der Ruine von Schloss Schwedt 1962 / Bild: Screenshot Youtube

Wenn von einem von der SED gesprengten Schloss die Rede ist, geht es in der Regel um das Berliner Stadtschloss. Dabei gerät schnell aus dem Blickfeld, dass in der DDR reihenweise Schlösser und Gutshäuser aus ideologischen Gründen gesprengt und abgerissen wurden.

Ein Beispiel ist Schloss Schwedt an der Oder. Das Schloss in der Uckermark war Residenz der Familie Brandenburg-Schwedt, einer Nebenlinie der Hohenzollern. Kern des Schlosses war ein ab 1553 unter den Grafen von Hohnstein errichtetes Renaissanceschloss, das wiederum auf eine Burg aus dem 13. Jahrhundert zurückging.

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