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Ottawa: Anschlag auf Kanadas symbolträchtiges Parlament

Das kanadische Parlament in Ottawa wurde Ziel eines Anschlags. Fotos: Burgerbe.de

Gebaut nach dem Vorbild von Westminster Palace: Das kanadische Parlament in Ottawa (hier der zentrale Block mit Peace Tower von 1927) wurde Ziel eines Anschlags. Fotos: Burgerbe.de

Der Komplex des kanadischen Parlaments ist von Türmen geprägt.

Der Komplex des kanadischen Parlaments ist von Türmen geprägt.

Schlimme Nachrichten aus Ottawa: Offenbar hat es einen Anschlag auf das Parlament gegeben. Ein Soldat und ein Attentäter sind tot.

Im Gebäude wurde Amokalarm ausgelöst, die Abgeordneten verbarikadierten sich, die Sicherheitskräfte brachten den kanadischen Ministerpräsidenten in Sicherheit. Die Lage ist noch unklar, von weiteren Schüssen in einem Einkaufszentrum ist die Rede.

Jetzt flimmern immer wieder Bilder des kanadischen Parlaments über die Bildschirme, das aussieht, wie ein riesiges neugotisches Schloss mit einem viel zu groß geratenen Kirchturm in der Mitte (der 92 Meter hohe Peace Tower).
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Schloss Garath: Die Orgien von Strombergs Capitol




Erkennen Sie es wieder? Schloss Garath aus dem Stromberg Streifen / Foto: Burgerbe.de

Erkennen Sie es wieder? Schloss Garath aus dem Stromberg Streifen / Foto: Burgerbe.de

Es gibt da eine Szene im neuen Stromberg-Kinofilm (der noch besser und böser ist, als ich erwartet hatte) – also es gibt da eine Szene, in der die Führung der Capitol-Versicherung so richtig turbokapitalistisch die Sau rauslässt.

Während die Belegschaft zum 50-jährigen Firmenjubiläum im gesichtslosen Tagungshotel mit Bufett, billigem Fusel und Retortenmusik abgefüttert wird, hat sich die (ausschließlich männliche) Führungsriege auf ein Schloss zurückgezogen, den Champagner entkorkt und Krawatten und Gedanken an die Gattinnen zuhause gelassen.
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Schloss Reinhardsbrunn: Erster Schritt zur Enteignung

Schloss Reinhardsbrunn in Thüringen wird zum Alptraum für Denkmalschützer / Foto: Wikipedia/Michael Sander

Schloss Reinhardsbrunn in Thüringen: Ein Alptraum für Denkmalschützer / Foto: Wikipedia / Michael Sander / Lizenz: CC BY 3.0 DE

Das thüringische Finanzministerium steuert auf eine Enteignung des “Problemschlosses” Reinhardsbrunn zu. Als ersten Schritt hat es jetzt ein Verkehrswertgutachten in Auftrag gegeben.

Der (russische) Schlossbesitzer reagiert zurzeit nicht auf Schreiben des Landes, das ihn drängt, das Denkmal zu sichern. Das meldet der MDR.

Angesichts des vor der Tür stehenden Winters seien jedoch Notsicherungsmaßnahmen nötig, argumentiert das Land. Wenn das Schloss enteignet wird, muss dem Besitzer eine “angemessene Entschädigung” gezahlt werden.

Deren Höhe würde sich nach dem durch das Gutachten ermittelten Betrag errechnen. Und der dürfte angesichts des Zustands des Gebäudes nicht allzu hoch sein…
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Das Pfadfindergrab von Schloss Liedberg

Foto: Wikipedia / MFSG / CC-BY-SA 3.0

Schloss Liedberg in Korschenbroich (Kreis Neuss) / Foto: Wikipedia / MFSG / CC-BY-SA 3.0

Der 21./22. Juni 1930 war ein schwarzer Tag in der niederrheinischen Geschichte. 16 Mitglieder einer “Kolonial-Pfadfindergruppe aus Düsseldorf feierten (verbotenerweise) in den unterirdischen Gängen des Steinbruchs bei Schloss Liedberg die Sommersonnenwende und die Aufnahme neuer Mitglieder.

Rund 800 Meter sollen sie sich dabei entlang des Piratensaal genannten Gangs vom Eingang entfernt haben.

In der größten Kaverne, dem sogenannten Felsenkeller vergruben sie eine Urkunde in einer Wand. Keine gute Idee, denn ihre Buddelei löste einen Felssturz aus.

Gut 200 Zentner  an Steinbrocken lösten sich aus der Decke und begruben vier Jugendliche unter sich. Einen konnten seine Kameraden noch darunter hervorziehen.
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Die Falschmünzer von Schloss Homburg




Schloss Homburg bei Nümbrecht / Foto: Wikipedia / Hullie / CC-BY-SA 3.0

Schloss Homburg bei Nümbrecht / Foto: Wikipedia / Hullie / CC-BY-SA 3.0

Der Flickenteppich aus deutschen Staaten, mit dem erst Napoleon aufräumte, enthielt ein paar besonders winzige Flicken – wie zum Beispiel die Reichsherrschaft Homburg.

Ein etwas pompöser Name für ein Gebilde das lediglich aus den Dörfern Nümbrecht und Wiehl bestand.

Er resultierte daher, dass Gottfried I. von Sayn den gesamten Besitz 1276 dem Kaiser übertragen hatte, um ihn postwendent als erbliches Lehen zurück zu erhalten.

Der adelige Dorfchef war jetzt reichsunmittelbar und konnte von seinem neugebaute Schloss Homburg über sein Ländchen schauen.
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Die Mumien von Schloss Sommersdorf




Schloss Sommersdorf: Wo Mumifizierung besonders gut klappt / Foto: Wikipedia / Tilman2007 / CC-BY-SA 3.0

Schloss Sommersdorf: Wo Mumifizierung besonders gut klappt / Foto: Wikipedia / Tilman2007 / CC-BY-SA 3.0

Die Geschichte beginnt mit einem Verfolgungsritt über herbstliche Stoppelfelder. Als französische Soldaten 1806 in Franken auf dem Vormarsch nach Osten sind, erspähen sie in der Ferne einen preußischen Offizier zu Pferd.

Ihnen war klar: Das kann nur ein Spion aus Berlin sein, der die Route von Napoleons Truppen auskundschaften will. Sie nahmen die Verfolgung auf, die sie zu einer alten Burg nahe Nürnberg führte: Schloss Sommersdorf.

Auf den ersten Blick war in der nichts vom Hohenzollern-Schlapphut zu sehen. Also suchten sie genauer und stießen dabei auch in die Gruft vor. Weil so ein Preuße im Besitz von Militärgeheimnissen schließlich überall stecken kann, schreckten sie auch nicht davor zurück, die an beiden Seiten des Raums stehenden Särge zu öffnen.
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Schloss Wissen: Seit 550 Jahren in Familienbesitz




Schloss Wissen: Der wehrhafte Dicke Turm ist ein Wiederaufbau des 19. Jahrhunderts / Fotos: Burgerbe.de

Schloss Wissen: Der wehrhafte Dicke Turm ist ein Wiederaufbau des 19. Jahrhunderts / Fotos: Burgerbe.de

Eine Brücke führt zur Kernburg von Schloss Wissen

Eine Brücke führt zur Kernburg von Schloss Wissen

Der Niederrheiner ist ein Freund der Kontinuität, gerade auch bei Schlössern. 1461 kaufte Johann van den Loe das Schloss Wissen im heutigen Weeze für 9450 Rheinische Gulden als Wohnsitz für seinen frisch verheirateten Sohn Wessel.

553 Jahre später heißen die Besitzer von Loë und wohnen immer noch da.

Das Schloss ist so eine Art ruhiger Gegenpol zum nahe gelegene emsigen Ryanair-Flughafen. Es gilt als einer der bedeutendsten Adelssitze des Niederrheins.
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Degenfeldsches Schloss in Karben wird saniert




Das Degenfeldsche Schloss in Karben wird saniert / Foto: Wikipedia / Haselburg-Müller / CC-BY-SA 3.0

Das Degenfeldsche Schloss in Karben wird saniert / Foto: Wikipedia / Haselburg-Müller / CC-BY-SA 3.0

Bis 2012 sah es nicht gut aus für das Degenfeldsche Schloss in Karben (Hessen). Die dreiflügelige Anlage von 1728 beherbergte allerlei städtische Räume nebst Heimatmuseum und war ziemlich heruntergekommen.

Die Sanierungskosten wurden auf zwei Millionen Euro geschätzt, die die Kommune nicht aufbringen konnte/wollte.

Die Stadt entschloss sich daher zum Verkauf des gesamten Schlosshof-Areals. Für 350.000 Euro griff im Januar 2013 eine Investorengemeinschaft aus vier Privatleuten um die Karbener Architektin Verena Kunad zu. Zum Schloss erwarben sie noch ein altes Feuerwehrgerätehaus, eine Garage und ein Mehrfamilienhaus gegenüber.
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Was wurde eigentlich aus Burg Canossa?




Der Burgberg mit dem Castello di Canossa / Fotos: Burgerbe.de

Der Burgberg mit dem Castello di Canossa im Frühherbst / Fotos: Burgerbe.de

Die Ruine von Burg Canossa am Rand des Appenin / Fotos: Burgerbe.de

Die Ruine von Burg Canossa am Rand des Appenin

Barfuß und im Büßerhemd stapfte der römisch-deutsche König Heinrich IV. am 25. Januar 1077 den verschneiten Weg zur Burg Canossa hinauf und zeigte sich stundenlang reumütig. Drinnen wärmte sich Papst Gregor VII. am prasselnden Kaminfeuer und verfluchte den Investiturstreit, der ihn in diese Einöde getrieben hatte.

Der Kirchenfürst dürfte erleichtert gewesen sein, dass der 26-jährige König und spätere Kaiser keine Belagerung versuchte, und unschlüssig, was er nun tun sollte. Erstmal reagierte er gar nicht auf das Klopfen des unter Kirchenbann stehenden Monarchen.
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Lübecks Burg: Ruine schon im Mittelalter




Innenhof des Lübecker Burgklosters - daneben entsteht das Hansemuseum: Bei den Bauarbeiten tauchen immer wieder mittelalterliche Funde auf / Foto: gemeinfrei

Innenhof des Lübecker Burgklosters – daneben entsteht das Hansemuseum: Bei den Bauarbeiten tauchen immer wieder mittelalterliche Funde auf / Foto: gemeinfrei

Die Entscheidung der Lübecker Bürgerschaft, das neue Hanemuseu ausgerechnet an den Standort der alten Lübecker Burg zu setzen, erweist sich als Glücksfall für die Archäologen. Für die Bürgerschaft ist es weniger schön.

Denn es kam wie es kommen musste: Reiche historische Funde lassen den Eröffnungstermin (geplant war Herbst 2013) in weite Ferne rücken.

Zurzeit wird der Mai 2015 anvisiert, was nach den jüngsten Entdeckungen wohl obsolet ist. Gleichzeitig steigen die Kosten rasant auf aktuell rund 40 Millionen Euro.
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